BRIEF_KASTEN
Zu „Verändert Synodalität die Kirche?“ in Ausgabe Nr. 40:
Beim Lesen der Aussage von Nicolaus Buhlmann „Dieses Lehramt gilt aber immer und überall“ musste ich schmunzeln. Das klerikale Selbstbewusstsein scheint ungebrochen zu sein! Nur leider hat diese selbstgewisse Behauptung einen Schönheitsfehler: Sie hält einer Überprüfung an der Kirchengeschichte nicht stand. Ein Beispiel möge genügen: die Gewissens- und Religionsfreiheit. Papst Gregor XVI. bezeichnete 1832 in seiner Enzyklika „Mirari vos“ die Forderung nach Gewissensfreiheit als geradezu wahnwitzigen Irrtum. Das Zweite Vatikanische Konzil erklärte 1965 hingegen die Religionsfreiheit ausdrücklich zu einem Recht, das in der unveräußerlichen Würde jedes Menschen gründet. Was einst verurteilt wurde, wird nun feierlich verteidigt.
Natürlich kann man solche Veränderungen als Weiterentwicklung der Lehre bezeichnen. Aber man sollte dabei nicht so tun, als hätte sich inhaltlich nichts geändert. Vielleicht wäre daher etwas mehr historische Bescheidenheit und etwas weniger lehramtliche Selbstgewissheit angebracht. Denn nicht jede kirchliche Überzeugung ist schon deshalb zeitlos wahr, weil sie einmal mit päpstlicher Autorität verkündet wurde. Das Lehramt hat dazugelernt. Warum sollte es damit ausgerechnet heute aufhören?
MMag. Helmut Außerwöger, Seelsorger des Bildungshauses Schloss Puchberg, Wels
Zu „Von der Anbetung zur Freude“ in Ausgabe Nr. 41:
In einer Zeit, da so viel Energie und Ressourcen in die Neuordnung der Pfarrstrukturen gelegt wird, sind Impulse zu Gebet und Kontemplation wichtig.
Die eucharistische Anbetung hat in der katholischen Kirche eine lange Tradition. Wenn aber diese Gebetsform so sehr in den Mittelpunkt gerückt wird, dann frage ich mich: Wo bleibt da die Vielfalt der Formen und Weisen des Betens?
Vitus Kriechbaumer, Seelsorger
Danke an Herrn Josef Wallner für den Artikel über das Adoratio-Glaubensfest. [...]
Rosa Maria Panhofer, Windhaag bei Perg
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