BRIEF_KASTEN
Zu „Synodalität ohne Kosmetik“ in Ausgabe Nr. 39 und zu „Verändert Synodalität die Kirche?“ in Ausgabe Nr. 40:
Ich gehöre zu jener Generation, die als Jugendliche noch das letzte Konzil erlebt hat. Das war eine Aufbruchsstimmung damals, von der die Menschen in der heutigen Kirche höchstens träumen können. Papst Johannes XXIII. war unsere Lichtgestalt. Seither ist die Kirche auf Stillstand eingestellt. Zahllose Initiativen, Kirchenvolksbegehren etc. sind im Vatikan in den Papierkorb gewandert. Und unsere Bischöfe machen beim Stillstand eifrig mit. Aber man versichert uns immer wieder, dass man die Forderungen „ernst nimmt“, dass man den Menschen „zuhört“ und dergleichen Floskeln. In Wahrheit hat sich nichts getan – weder beim Pflichtzölibat noch beim Frauenpriestertum, nicht einmal die Laienpredigt wurde erlaubt. Und jetzt gibt man viel Geld aus für die sogenannte „Synodalität“, das neue Schlagwort, mit dem man die Menschen wieder für ein Zeit lang ruhigstellen kann. Da geht’s natürlich auch wieder ums „Ernst- nehmen“ und „Zuhören“. Glaubt denn wirklich irgendjemand, dass sich in Rom da etwas ändern wird? Ich glaube es nicht.
Wolfgang Ortner, Wels
Zu „Baue meine Kirche wieder auf“ in Ausgabe Nr. 40:
[...] Um ein Missverständnis aufzuklären, das bedauerlicherweise immer wieder auftaucht, möchte ich richtigstellen, dass der OFS kein „Laienorden“ ist, sondern allen Gläubigen, also auch Diakonen, Priestern und Bischöfen aus dem Weltklerus, offensteht. Dies ist ausdrücklich in den Konstitutionen (Artikel 2 und 3) festgehalten. Das Spezifische des Franziskanischen Säkularordens ist, dass seine Mitglieder nicht im Kloster leben, sondern „mitten in der Welt“ das Evangelium nach dem Beispiel des hl. Franziskus von Assisi leben wollen – sei es als Laien (verheiratet oder ehelos mit zivilen Berufen) oder als Weltkleriker. Diese besondere Stellung als „weltlicher Zweig“ innerhalb der franziskanischen Ordensfamilie ist einzigartig in der Kirche und verleiht dem OFS gerade heute große Aktualität. Mit Papst Paul VI. wurde 1978 die früher verwendete Bezeichnung „Dritter Orden“ aufgehoben, weil der Franziskanische Säkularorden (OFS) ein von den Päpsten anerkannter, völlig eigenständiger Orden ist und nicht verwechselt werden soll mit „Dritten Orden“ anderer Ordensgemeinschaften wie Benediktiner, Dominikaner oder Karmeliten.
Mag. theol. Ewald Kreuzer OFS, Nationalbildungsbeauftragter des OFS Österreich und Südtirol
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