BRIEF_KASTEN
Zu einem Leserbrief in Ausgabe Nr. 41 und zum „Pro&Contra“ in Ausgabe Nr. 40:
Nach meinem Gefühl muss ich den Ansichten von Herrn Ortner zu diesem Thema in der Kirchenzeitung vom 8. Oktober leider vollumfänglich Recht geben. Auch der amtierende Papst Leo ist für mich kein „Aufbruch-Papst“, ich sehe in ihm sehr wohl aber einen guten Kommunikator. Reicht das in dieser Zeit? So wie schon sein Vorgänger Franziskus in bester Absicht und ihm dabei unterstellter „Naivität“ an den beharrenden Kräften und Einflüssen im Vatikan gescheitert ist, würde sich auch Leo XIV. bei diesem Thema „eine blutige Nase“ bei den Blockierern holen. Das ist ihm sicher bewusst und er wird es zu vermeiden wissen. Und so wird uns der Stillstand in unserer Kirche, in der sich unzählige Frauen und Männer guten Willens unermüdlich engagieren, weiter erhalten bleiben.
Johannes Reitter, Traunkirchen
Der Heiligenkreuzer Lehrbeauftragte Nicolaus Bühlmann spricht sich in seinem Artikel über Synodalität gegen die Abschaffung des (Pflicht-)Zölibats aus und argumentiert, dass diese die Kirche „zersplittern“ würde. Das ist aber kein Argument, sondern eine Drohung. Wenn wir uns wie kleine Kinder verhalten („..., dann geh ich nicht mit!“), werden wir als katholische Kirche nicht weiterkommen.
Im Bemühen um Synodalität könnten wir auch vom Zweiten Vatikanischen Konzil lernen: Das Konzil hat die Möglichkeit des Ständigen Diakonats geschaffen. Seither gibt es in einigen Ländern verheiratete Diakone (= verheiratete Kleriker), in anderen nicht. Es hat die Kirche nicht gespalten. Vielmehr ist daran exemplarisch zu erkennen, was „Einheit in Vielfalt“ bedeuten kann und dass diese unser gemeinsames Katholisch-Sein bereichert.
Dr. Harald Prinz, Enns
Zu „Brannte nicht unser Herz? Eucharistie im Fokus“ in Ausgabe Nr. 41:
Herr Univ.-Prof. Ewald Volgger OT verbindet offenbar die Emmaus-Erzählung mit der Eucharistiefeier. Aber diese Verknüpfung ist unzulässig, denn Jesus stand weder an einem Altar noch sprach er Wandlungsworte. Erkannt haben Jesus die beiden traurigen Wanderer am Brotbrechen! Das heißt doch: Erfahrbar war Jesus nicht im Brot, sondern im Teilen(!) des Brotes. Und ist nicht das Miteinander-Teilen von Lebensnotwendigem genau das, woran wir als Christ:innen erkannt werden sollen?
DI. Dr. Gerhard Hubmer, Marchtrenk
Hinweis: Theolog:innen wie z.B. Sabine Pemsel-Maier sehen im Hintergrund des Emmaus-Abschnitts auch die eucharistische Praxis der ersten christlichen Gemeinden. „In der Beschäftigung mit dem Wort der Schrift, im eucharistischen Mahl und in verschiedensten Wegbegleitern begegnen nicht nur die beiden Jünger dem Auferstandenen – es sind genau die Weisen, wie wir ihm heute begegnen können.“ (Pemsel-Maier: Die Emmaus-Perikope und ihre Theologie, in: Anzeiger für die Seelsorge, Heft 3/2008, Seiten 5 bis 9, Zitat: Seite 9).
Die Redaktion
Zu „Erntedank“ in Ausgabe Nr. 40:
Sie sprechen mir ja so aus der Seele! Gerade vor ein paar Tagen habe ich wieder an den Regionalsender geschrieben, weil mich der Dauerjubel über das „schöne Wetter“ aufregt. Und Berichte über teure Lebensmittel ärgern mich auch, vor allem im Kontext mit den vor ein paar Tagen veröffentlichten Zahlen, wie viel weggeschmissen wird.
Claudia Schmidthaler, Hörsching
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