BRIEF_KASTEN
Statt der Kindergrundsicherung wird sich die Sozialhilfe neu – so viel lässt sich in der offiziellen Begutachtungsphase schon prognostizieren – bundesweit nicht an der relativ moderaten Wiener Sozialhilfe, sondern am degressiven System in Oberösterreich orientieren, bei dem die Richtsätze ab dem zweiten Kind deutlich sinken.
Leo XIV. hat in seinem ersten Apostolischen Schreiben, Dilexi te, das er im Wesentlichen von seinem Vorgänger Papst Franziskus übernommen hat, bereits vor einem Jahr festgehalten: „In Europa gibt es immer mehr Familien, die mit ihrem Einkommen nicht bis zum Monatsende auskommen.“ Dies gilt sicherlich auch für österreichische Familien, gerade wenn sie von der Sozialhilfe leben müssen. Bundeskanzler Christian Stockers Vorschlag, dass Eltern von der Geburt bis zum 18. Geburtstag eines Kindes Geld ansparen sollen, um dann eine Steuerbegünstigung zu lukrieren, ist gut gemeint, kommt aber für Familien, die knapp über die Runden kommen oder gar auf Sozialhilfe angewiesen sind, nicht infrage. Wäre es nicht im Sinne von Dilexi te nicht notwendig, strukturelle Armut zu beseitigen, statt Steuerzuckerl an Reichere zu verteilen?
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