BRIEF_KASTEN
Menschen, die in den „sozialen“ Medien regelmäßig Inhalte für Follower bereitstellen, werden Influencer genannt. Manche schreiben in weiterer Folge Bücher. Dieser Tage kam eine Werbung für ein Buch zum „Mutter-Sein“ in die Redaktion. Über die Autorin erfährt man, wann sie als Influencerin begonnen und wie viele Follower sie hat. Ein Hinweis auf ihre Ausbildung oder berufliche Erfahrung fehlt.
Genau das ist das Problem bei vielen Influencern: Wie kompetent sind ihre Beiträge? Oft kommt bei ihnen auch die Frage nach der Trennung von Inhalt und Werbung dazu, manche haben eigene Onlineshops. Geht der Inhalt ins Medizinische, Therapeutische, Politische oder Theologische, dann hat das zudem eine größere Tragweite als Mode- oder Pflegetipps. Letztlich bleibt es an der Leserin, dem Zuhörer oder -seher hängen, kritisch zu sein und die Qualität der Beiträge einzuschätzen. Das trifft natürlich auch auf journalistische Arbeit zu. Doch Qualitätsjournalismus unterliegt nachprüfbaren Standesregeln (z.B. Ehrenkodex), ist in Strukturen eingebunden, deren Aufgabe die Überprüfung der Inhalte ist, und hat ganz grundsätzlich einen gesellschaftlichen Auftrag. All das haben Influencer nicht.
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