BRIEF_KASTEN
Zunehmend mehr Leute backen in ihren Küchen selber Brot. Da ist es wichtig, um das „Geheimnis“ des Sauerteigs zu wissen. Bald machen sie die Erfahrung: Es braucht Sorgfalt und Pflege, damit die gute Bakterienkultur nicht verdirbt. Ihn nur aufzubewahren, statt ihn immer wieder neu wirken zu lassen, tötet ihn.
Die Wirkweise des Sauerteigs hat Jesus für ein zutreffendes Bild für das Himmelreich gehalten. Es kommt und wächst nach Art des Sauerteigs.
Langsam also und nicht auf die Schnelle, wie es die Ungeduld erwartet.
Die Welt mit guten Kulturen zu durchsäuern – wie gut das doch täte in einer hoffnungsarmen Zeit. Von der Wirkkraft des Sauerteigs darf man sich ermutigen lassen: Mit einer geringen Menge schon kann man eine viel größere Menge gutes Brot bekommen.
Man muss das Gute einbringen und einmengen in den „Teig“ der alltäglichen Geschehnisse: den Versöhnungsgedanken in die kriegerischen Selbstbehauptungs-Ideologien; die Erfahrung eines glücklichen, einfachen Lebens in eine Umgebung, in der nur der Reichtum zählt. Reden muss man vom in der Begegnung mit Fremden erlebten Glück und vom befreienden Erleben überwundener Angst.
Das Gute wirkt, indem man es einmengt in die vielfältigen Erfahrungen der Menschen. Man soll nicht zurückhalten damit.
Dies vor allem lässt sich vom Sauerteig abschauen: Bloß aufbewahrt, verdirbt er. Indem man ihn zur Wirkung bringt, erneuert er sich selbst. Immer wieder. Vielleicht ist so viel Hoffnung abhandengekommen, weil man sie nie hat wirken lassen.
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