BRIEF_KASTEN
Bei Zitrusgewächsen macht man es jetzt – im zeitigen Frühjahr. Man pflanzt sie in größere Töpfe, ehe die Wachstumsperiode beginnt. Wo Pflanzen in künstlich beengten Verhältnissen wachsen müssen, zeigen sich Mängel deutlich und bald. Was gedeihen soll, braucht den Nachschub an Lebensmitteln. Gute Bodenverhältnisse also.
Auch im menschlichen Miteinander zeigen sich Mangelerscheinungen, wenn es zu eng hergeht. Der Boden des Miteinanders scheint dann ausgelaugt. Die freudige Lebensfrische ist matt geworden und dürr. Raunzerei lässt kein fröhliches Geplauder aufkommen, Frust verdrängt die Lust auf schier alles, was kommt. Erwartungsmüde sind Menschen geworden. Was soll denn schon kommen? Es wird doch nichts besser! Das sind solche Mangelerscheinungen, wenn das menschliche Miteinander zum nervenaufreibenden Auf-die-Füße-Treten wird. Platzmangel im Wurzelbereich also. Und keine Nährstoffe darin! Umtopfen also – und schleunigst für Dünger sorgen.
Den althergebrachten Dünger der Hoffnung gilt es in das Erdreich zu mischen – und die Geduld, und die Prise Humor. Wer mit Natur zu tun hat, weiß das; wer mit Menschen zu tun hat, sollte es auch wissen: Etwas einbringen in den Boden ist jetzt wichtiger, als immer nur etwas herausholen zu wollen. Umtopfen also. Heraus aus dem ausgelaugten Boden.
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