BRIEF_KASTEN
Satiriker hätten es angesichts der österreichischen Innenpolitik schwer, war zuletzt öfter zu hören. Jetzt haben sie einen weiteren Konkurrenten bekommen: den Vatikan. Beispiel gefällig?
Die Vatikanbehörde für die Liturgie ist tätig geworden, um ein Problem zu lösen: Sie hat die Bibeltexte festgesetzt, die bei der „Messe um Keuschheit“ aus dem römischen Messbuch zu verwenden sind.
Erläuternd heißt es dazu, bei einer solchen Messe bitte man darum, „den Weg des Lebens unter der Führung des Heiligen Geistes zu gehen, die göttlichen Gebote zu befolgen, und ihn nicht durch das Festhalten an den Begierden und Werken des Fleisches zu beleidigen“.
Nun soll es nicht darum gehen, ein „keusches“ Leben (was auch immer der einzelne darunter versteht) gering zu achten. Aber die Tatsache, dass eine Vatikanbehörde nichts Besseres zu tun hat, als sich angesichts der Weltlage um so ein Schlafzimmerthema zu kümmern, spricht Bände.
Die Wortwahl wiederum beweist, dass die Leib- und Körperfeindlichkeit in Rom fröhliche Urständ’ feiert. Diese römische Realität können selbst die kirchenfeindlichsten Satiriker nicht mehr überbieten.
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