BRIEF_KASTEN
Die einen nur traurig. Andere erzürnt. Manche gleichgültig. Wieder andere ziehen den Schlussstrich.
Ganz unterschiedlich reagieren Menschen auf die neuen „Enthüllungen“ über Missbrauch und anderes Fehlverhalten im kirchlichen Raum. Es verleidet ihnen das Teil-der-Kirche-sein. Sie wollen sich nicht schämen für eine Institution, die ihnen fremd geworden ist.
Ist es das moralische Verhalten anderer, das mich in der Kirche hält?
Die schlimmen Taten und das Fehlverhalten selbst oberster Instanzen könnten eine andere Haltung wachsen lassen: Wenn so viele versagen – kommt es da nicht umso mehr auf mich an? Auf ein gutes Gegenzeugnis?
Der Grund des Christseins und der kirchlichen Gemeinschaft wohnt in einem selber, nicht nur bei anderen. Ob in mir der Glaubensfunke lebt – und ob ich diesen Funken zum Leuchten bringen will – für andere, die jetzt auch im Dunkeln tappen.
Die vorrangige Treueverpflichtung der Christinnen und Christen gilt nicht einem Papst ober Bischof, auch nicht der Institution Kirche, sondern den Menschen in ihr und in der Welt: den Armen, Einsamen, Kranken, den Heimatlosen und … und … und.
Da geschieht viel, wofür man sich nicht schämen muss. Im Gegenteil. Dass andere viel mehr tun als ich es vermag – dafür kann ich nur dankbar sein.
Am Guten finde ich Orientierung, nicht am Bösen.
BRIEF_KASTEN
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