BRIEF_KASTEN
Im November zeigt das Wetterphänomen Nebel, was es kann. Dort, wo ich wohne, hängt er gerne mal den ganzen Tag und verdeckt den Blick auf alles, was weiter als das Nachbarhaus entfernt liegt. Er ist auch eine gute Metapher für die Zeit, in der wir leben. Planbarkeit gibt es nicht mehr, der Blick auf die Zukunft ist verschleiert, liegt im Nebel der Ungewissheit verborgen. Das ist ein äußerst unangenehmes Gefühl, und selbst nach gut zwanzig Monaten Pandemie kann ich mich nicht daran gewöhnen. Welch eine Wohltat ist es, wenn sich die Schwaden irgendwann doch noch lichten und zumindest ein paar Sonnenstrahlen durchlassen. Sie wirken wie ein Hoffnungsschimmer und beweisen, dass das Gute und Schöne nicht einfach verschwunden ist, sondern nur für den Moment verborgen. Es hilft, sich immer wieder daran zu erinnern und dieses Licht, in anderen Worten diese Zuversicht, auch in sich selbst zu suchen. Die aktuelle Situation mag frustrierend sein, und es ist zugegebenermaßen nicht leicht, positiv zu bleiben. Doch im Gegensatz zum Nebel können wir beim Coronavirus aktiv dazu beitragen, dass es von dannen zieht.
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