BRIEF_KASTEN
Das Vergnügen – und die Notwendigkeit. Was ich muss – und was ich viel lieber täte. Arbeit – und Freizeit.
Das sind Paare, die im Leben allzu leicht in Konflikt geraten. Junge Menschen sagen heute oft, sie wollten nicht mehr alles dem Beruflichen unterordnen. Freier als frühere Generationen wollen sie ihr Leben gestalten. Den eigenen Bedürfnissen räumen sie einen höheren Rang, sogar den Vorrang ein. Wie das alles in Zukunft zu gestalten sein wird, wenn es schon jetzt an allen Ecken und Enden an Arbeitskräften fehlt, darüber machen sie sich relativ wenig Sorgen.
Was ich will mit dem, was „andererseits“ notwendig ist, in Einklang zu bringen, das ist die Kunst. Die Lustbarkeiten des zu Ende gehenden Faschings und der Beginn der Fastenzeit rücken diese beiden Bedürfnisse in eine zeitliche Nähe. Und eng liegen sie ja auch im Leben beieinander.
Wer sagt eigentlich, dass sich Erfüllung und Glück nur im Privaten ereignen – bei den Dingen, die man sich selber ausgesucht hat? Hat nicht ein jeder Mensch schon oft erlebt, wie viele Glücksmomente er in Sachen erleben konnte, die es eben aus purer Notwendigkeit zu tun galt?
Das sollte zu denken geben: Die Verlängerung des bloß Privaten ist letztlich die Einsamkeit.
Manchmal ereignet sich dieses Wunder: dass mir selbst guttut, was ich anderen Gutes tue. Und dass es mir gut geht, weil jemand sein eigenes Anliegen für mich zurückgestellt hat. Wie gut, dass es Menschen gibt, die sich für Notwendigkeiten in Dienst nehmen lassen – und dabei Sinn und Freude erleben.
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