BRIEF_KASTEN
„Noch einmal das schöne Spiel, weil es mir so gut gefiel“ – lädt wohl ein Kind sein Brüderchen zum Tanzen ein. „Noch einmal!“ – Das wünschen Menschen in vielen Belangen – vor allem den schönen. Mit dem Christkönigssonntag endet das Kirchenjahr – und schon am Sonntag darauf beginnt mit dem Advent ein neues. Irgendwie ist es wie im Lied: Noch einmal möchte man es erleben. Und mit den Jahren mischt sich eine Nachdenklichkeit in das Tanzspiel. Was im Lied so lustvoll und leicht über die Lippen geht, spricht eine tiefe Erfahrung an. Dass Dinge enden. Und dass das Leben endet. Auch das eigene. Jedes Kirchenjahr öffnet das Tor an Lebensmöglichkeiten neu. Es lädt ein zu einem „Noch einmal“. Aber es soll nicht so sein, wie es immer schon war. Der Kreis bleibt kein Kinderspiel. Die Botschaften und Wahrheiten des Gottesglaubens erreichen uns Menschen stets neu. Wir lernen sie gewissermaßen jedes Jahr anders und neu zu lesen, mit dazugekommenen Erfahrungen. Im Stiegenhaus unseres Lebens trifft uns die Botschaft stets auf einem anderen Stockwerk. Wie gut ist es, wenn sich ein Mensch mit den Jahren immer mehr auch mit dem Enden anfreunden kann – in einer Art Lebenszufriedenheit, in der er sich vielleicht sogar, wie im Lied, sagen darf: „Ei, das hast du gut gemacht!“
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