BRIEF_KASTEN
Schweigen ist nicht immer Gold. Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Ukraine-Krieg begonnen, er kann ihn auch beenden. Doch er will nicht. Es bräuchte schon ein Wunder – das ist aber keine politische Kategorie.
So aussichtslos es auch scheinen mag: Reden hilft eher als schweigen. Bundeskanzler Karl Nehammer hat in diesem Punkt Mut bewiesen. Dass es nicht populär ist, Präsident Putin zu besuchen, musste ihm klar sein. Dennoch hat er es getan. Hoffentlich schließen sich ihm viele europäische Persönlichkeiten an. Steter Tropfen hölt den Stein. Wer nur mit sympathischen oder schuldlosen Menschen spricht, wird wenig bewegen.
Dass europäische Polit-Größen den beeindruckenden ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi in Kiew besuchen, ist wichtig. Es wird das Kriegsende aber kaum beschleunigen. Der Krieg muss aufhören. Das ist wichtiger als politisch korrekte Symbolpolitik. Kriegspropaganda macht Putin aus allem, dafür braucht er keinen Kanzlerbesuch. Im Konflikt kann man den Kontakt zur Gegenpartei abbrechen. Langfristig löst Schweigen aber keinen Konflikt. Der Gegenpartei zuzuhören und die eigenen Grenzen klar zu formulieren, hat schon manches Wunder bewirkt.
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