BRIEF_KASTEN
Ob es der Synodale Weg in Deutschland oder der Synodale Prozess von Papst Franziskus ist: in der Kirche wird heftig um Reformen gerungen. Was kann der Maßstab sein, um zu Entscheidungen zu kommen?
Für Christinnen und Christen ist der Maßstab Jesus von Nazareth. Das muss auch in der innerkirchlichen Reformdebatte so sein. Wichtig ist dabei sicherzugehen, dass wir ein unverfälschstes Bild von Christus haben. Die Evangelien berichten zum Beispiel vom Rangstreit unter den Jüngern (Mk 9,33–37; Lk 22,22–27) und Jesus lehnt eine Rangordnung in Macht und Herrschaft klar ab. Stattdessen betont er das Dienen. Was heißt das für die Kirche?
Natürlich braucht die Kirche Organisation und einen „Leitungsdienst“. Allerdings muss sichergestellt sein, dass Leitung tatsächlich als Dienst gelebt wird, es braucht die innere Haltung dazu. Das hat angesichts von kirchenrechtlicher Hierarchie, Ständewesen und Machtmissbrauch nicht immer funktioniert. Deshalb braucht es in der Kirche wirksame und transparente Kontrollmechanismen.
Ein taugliches Mittel wäre eine Verwaltungsgerichtsbarkeit in der Kirche. Diese müsste auch die Möglichkeit haben, selbst einen Bischof bei entsprechenden Verfehlungen abzusetzen, da vor Gericht alle gleich sein müssen und niemand Sonderrechte beanspruchen darf. Damit würde die Kirche näher an Christus rücken.
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