BRIEF_KASTEN
„Fehler sind an sich nichts Schlechtes, weil wir durch Fehler lernen“, sagt Kirstin Wibihail in dieser Ausgabe in Bezug auf Schul-Hausübungen. Der Satz hat darüber hinaus Geltung. Menschen machen in allen Bereichen Fehler. Entscheidend ist, wie damit umgegangen wird.
In der Politik fällt es schwer, Fehler einzugestehen, denn sie sind oft der Angriffspunkt für den Kontrahenten und Quelle für politisches Kleingeld. Das ist eine bedauerliche Entwicklung, weil ein sachlicher Umgang mit Fehlern schwierig wird. Noch immer liegt der Satz „Wir haben alles richtig gemacht“ aus dem Anfang der Corona-Pandemie in der Luft. Diese Aussage war dermaßen offensichtlich falsch, dass er zur Elfmeterauflage in der politischen Satire wurde.
Selbstverständlich gibt es Fehler, die nicht toleriert werden können – etwa, weil sie aus Interessen jenseits des Gemeinwohls heraus entstanden sind. Hier muss persönlich Verantwortung übernommen werden, gegenebenfalls durch Rücktritt. Doch insgesamt ist auch bei sachlichen Überlegungen damit zu rechnen, dass Entscheidungen getroffen werden, die sich später als falsch herausstellen.
Was es braucht, ist eine realistische Fehlerkultur, die einen sachlichen Umgang mit Fehlern ermöglicht. Dazu gehört, dass auch Kritik sich auf die Sache konzentriert. Oberstes Ziel ist es dabei, Fehler nicht zu wiederholen.
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