BRIEF_KASTEN
Endlich wieder einmal eine Osternacht ohne die ganz strengen Corona-Regeln. Das war nach langem ein Gottesdienst, wie er von vielen erhofft und erwartet wurde. Da ging das Halleluja gleich leichter von den Lippen. Und erst recht die traditionelle Osterhymne „Der Heiland ist erstanden“, die die unterscheidlichen Evanglienerzählungen von der Auferstehung Jesu zum Klingen bringt.
Doch über aller berechtigter Osterfreude darf die Achtung vor der Realität nicht verloren gehen. Der Krieg in der Ukraine verlangt das. Er lässt sich nicht verdrängen. Er bildet heuer den Hintergrund, vor dem die Botschaft von der Auferstehung Jesu verkündet wird. Natürlich muss die Grundbotschaft des Glaubens, dass Jesus den Tod besiegt hat, das ganze Jahr dem Elend und der Not standhalten. Aber in dieser Osterzeit ist das besonders brisant.
Die geografische Nähe zum Krieg, die Bilder der ermordeten Zivilist/innen und womöglich die Bekanntschaft mit geflohenen Menschen – all das gibt der Osterbotschaft einen besonderen Ernst. Die bohrenden Fragen, die sich dadurch mit dem Bekenntnis zur Auferstehung verbinden, lassen sich nicht vom Tisch wischen. Sie bleiben bestehen.
Natürlich will die Feier der Auferstehung Licht sein auch für menschlich ausweglose Situationen, aber umso mehr gebietet es sich mit Bedacht, Sorgfalt und Respekt von der Auferstehung zu sprechen.
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