BRIEF_KASTEN
Ich gebe es zu: Ich habe zwar den Präsenzdienst absolviert, war danach aber heilfroh, als ich das Bundesheer wieder verlassen konnte. Zu stark war meine pazifistische Grundeinstellung, als dass ich mich mit der militärischen Logik der Waffengewalt zur Friedenssicherung jemals anfreunden konnte.
Der Überfall der russischen Armee auf die Ukraine stellt jedoch meine Überzeugungen auf die Probe. Zu den Waffenkäufen in großem Stil für ganz Europa sehe ich keine richtige Alternative.
Aus europäischer Perspektive geht es bei der Aufrüstung natürlich darum, die Ukraine nicht im Stich zu lassen, aus österreichischer Sicht ist ein anderes Motiv stärker ausgeprägt: Die Möglichkeit der Selbstverteidigung unseres neutralen Landes sicherzustellen (was in der Vergangenheit eher halbherzig geschehen ist). Putin zwingt uns allen dieses Spiel auf.
Vorläufig versuche ich den Zwang der militärischen Logik nüchtern zu akzeptieren. Applaudieren werde ich zu dieser Aufrüstung dennoch nicht.
Und die Hoffnung, dass die Menschheit eines Tages aus der Gewaltspirale der Aufrüstung ausbrechen kann, lasse ich mir sowieso nicht nehmen.
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