BRIEF_KASTEN
„CEO“ heißt „Chief Executive Officer“ und bezeichnet Geschäftsführer, Generaldirektorinnen, Vorstandsvorsitzende. Mächtige Menschen in Unternehmen also. Man kann sich den CEO als Mann mit schütterem Haar vorstellen, der seinen Bauchumfang unter einem schwarzen Sakko versteckt.
Ein unhaltbares Klischee natürlich.
Und doch schlug letzte Woche ein Schnappschuss hohe Wellen, auf dem drei Dutzend solcher Personen an fein gedeckter Tafel saßen. Es war ein CEO-Treffen im Zuge der Münchner Sicherheitskonferenz, und aus verschiedenen Gründen ist es passiert: eine reine Männerpartie.
Für kirchlich Geübte ein vertrautes Bild. Ob beim Hochamt im Altarraum oder in Entscheider-Gremien: An den Anblick vieler Männer sind wir gewöhnt. Und sehen endlich wieder einmal bestätigt, dass das Phänomen kein kirchliches, sondern ein gesellschaftliches ist.
Während immer mehr Frauen Bürgermeisterinnen werden oder in politische Funktionen geholt werden, die viel Arbeit und wenig Ansehen machen, bleiben wirklich mächtige Stellen Männersache.
Dass die Kirche dieses Monopol nicht gepachtet hat, sondern damit in „guter Gesellschaft“ ist, mag sie entlasten. Hilfreich ist es aber nirgends.
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