BRIEF_KASTEN
Das Thema „Flüchtlinge“ ist in der Öffentlichkeit so emotional besetzt, dass man es nicht sachlich diskutieren kann. Mit Flüchtlingen kann man zwar Wahlen gewinnen, aber nur wer Abschreckung und Abschiebung fordert. Die Stimmen der Humanität dagegen gehen vielfach unter, nicht selten müssen sie Spott und Häme über sich ergehen lassen. Darum Hut ab vor der „Diözesanen Initiative zur Aufnahme von Geflüchteten“. Der Einsatz des Pastoralrates der Diözese Linz und der Katholischen Aktion Oberösterreich verdient Respekt. Das Anliegen, die Bundesregierung zum Umdenken und zur Aufnahme von anerkannten Flüchtlingen aus „Lesbos“ zu bewegen, wird klar und ohne Pathos vorgetragen. Die Diözesane Initiative versucht die Pfarren und auch Ordensleute als Verbündete zu gewinnen und fragt deren konkrete Bereitschaft zum Engagement ab. Der Brief, der dazu an alle Pfarren ergangen ist, versucht nicht, mit moralischen Appellen unter Druck zu setzen, sondern lässt Raum zum Nachdenken. Die Initiative hat sogar Verständnis, wenn man sich als Pfarre derzeit nicht an der Aktion beteiligen kann. Alles in allem ist der Brief ein kraftvolles Zeichen, weil er deutlich macht, dass man sich auf ein langes Ringen mit der Politik einstellt. Diese sollte sich von den leisen Tönen nicht täuschen lassen, dahinter steckt eine freundliche, aber eiserne Konsequenz und das Vertrauen auf Gottes Hilfe und Führung. Die sollte man übrigens auch nicht unterschätzen.
Lesen Sie auch:
Flüchtlinge aus dem Elend holen
Diözesanweite Initiative will Flüchtlinge aus "Lesbos" holen
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>