BRIEF_KASTEN
Papst Franziskus hat die lange erwartete Kurienreform vorgestellt. Die bisher bekannten Ansätze sind gut: Dass Laien – egal welchen Geschlechts – Dikasterien (das sind die mit Ministerien vergleichbare Kurienbehören) leiten dürfen, war unumgänglich: Einerseits relativiert dieser Schritt das unheilvolle Standeswesen in der Kirche. Andererseits müssen in einer modernen Behörde die besten Köpfe von allen Personen, die in Frage kommen, an die Spitze. Dass Spitzenpositionen nur aus der beschränkten Auswahl männlicher Kleriker besetzt werden, schadet der Kirche.
Logisch wäre, jetzt auch die Vorgabe zu entfernen, dass ein Priester an der Spitze einer Pfarre stehen muss.
Dass die nur historisch erklärbare Unterscheidung zwischen Kongregation und Rat als Bezeichnung für die Dikasterien fällt und die neue Behörde für Evangelisierung zumindest am Papier vor der Glaubenskongregation steht, ist auch richtig. Der Papst will sie persönlich leiten. Da darf man fragen, ob er dafür auch genug Zeit und Ressourcen hat: Fortschrittlichen Gläubigen in Mitteleuropa täte wohlwollende Aufmerksamkeit wirklich gut.
Entscheidend wird letztlich sein, ob die Mitarbeiter/innen bei der Reform mitmachen. Da hatte Franziskus selbst immer wieder Widerstand im Vatikan beklagt. Mittelfristig ist daher ein teilweiser Wechsel des Personals der Kurie sinnvoll.
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