BRIEF_KASTEN
Das dominierendste Thema des Wahlkampfes in Österreich war – der Wahlkampf. Wohl so sehr wie nie zuvor wurde thematisiert, wie sich die Politiker/innen verhalten, was der Wahlkampf kostet, wer mit welchen Worten aufgetreten ist und wie viele TV-Duelle man ertragen kann. Wollte man Inhalte hören, musste man in vielen Fällen aktiv nachfragen.
Diese Situation leistet einer Haltung Vorschub, welche die Stimmabgabe zur Bauchentscheidung werden lässt. Gewählt wird dann ein Politiker bzw. eine Politikerin, der bzw. die am sympathischsten erscheint. Für die Demokratie ist das nicht gut, weil Lenkungsentscheidungen rational gefällt werden sollten – und nichts anderes ist die Wahl durch den Souverän, das Staatsvolk. Dass im heurigen Wahlkampf die rationalen Argumente dominiert hätten, kann man nicht behaupten. Die Versuchung, eine Entscheidung aus dem Bauch heraus zu fällen, ist umso größer. Aber mal ganz rational betrachtet: Von wem soll Österreich regiert werden? Von jemandem, der mir sympathisch ist, der aber keine vernünftigen Konzepte bei den mir wichtigen Themen hat? Oder sind Zukunftsfragen nicht doch wichtiger als persönliche Befindlichkeiten?
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