BRIEF_KASTEN
Wieder einmal war der Jerusalem-Tag am Sonntag ein Tag der Ausschreitungen. Israel feiert die Wiedervereinigung der Stadt 1967 und beharrt darauf, dass ganz Jerusalem, also auch der völkerrechtlich umstrittene Ostteil, seine Hauptstadt ist. Die Palästinenser sehen im Ostteil die Hauptstadt ihres künftigen Staates.
Eine Lösung kann nur auf einem Verhandlungsweg und durch einen Vertrag erreicht werden. Wie kann das aussehen?
Die Idee, Jerusalem unter internationale Verwaltung zu stellen, ist tot. Israel wird den Anspruch nicht aufgeben – und ob die Palästinenser damit glücklich würden, muss bezweifelt werden. Ebenso ist aber auch eine erneute Teilung der Stadt abzulehnen.
Jerusalem und al-Quds, wie die Stadt auf arabisch heißt, sind dasselbe. Mauern aufzuziehen, wäre ein Rückschritt. Es gibt auch Ideen, die Zwei-Staaten-Lösung aufzugeben und einen gemeinsamen israelisch-palästinensischen Staat zu bilden. Aber man kann freilich nicht von den Israelis verlangen, ihren Staat aufzugeben. Das wäre politisch schwer daneben und außerdem sinnlos.
Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine gemeinsame Verwaltung Jerusalems. Das ist völkerrechtlich möglich. Dann könnten beide Seiten Jerusalem als Hauptstadt sehen. Auch das ist keine einfach Lösung, weil Zusammenarbeit gefragt wären. Aber was wäre eine tragfähige Alternative?
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