BRIEF_KASTEN
Mit dem Namen Isidor verbinde ich eine Institution und eine Person:
1. Die Institution liegt in der Leondinger Ortschaft St. Isidor und umfasst verschiedene Caritas-Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung – bis hin zum vollbetreuten Wohnen. Dort geschieht eine wichtige und wertvolle Arbeit.
2. Die Person war ein Busfahrer, der während meiner Schulzeit immer wieder den Bus zur Schule lenkte. Ich weiß gar nicht, ob er wirklich Isidor hieß, aber wir Schüler:innen nannten ihn den Älteren unter uns folgend „Isi“ – weil Isidor angeblich sein Name war und „Isi“ wie das Englische „easy“ klingt, das auch „mild“ und „nachsichtig“ bedeuten kann. Denn dieser Buschaffeur ließ sich weder durch den enormen Lärmpegel im Bus noch durch so manche jugendliche Streiche aus seiner Ruhe und Freundlichkeit bringen. Während ich bei anderen Fahrer:innen verständlicherweise auch mal „laute Worte“ vernommen habe, kann ich mich bei „Isi“ an keines erinnern.
Das passt auch zum heiligen Isidor, einem spanischen Bauernknecht, der am 15. Mai 1130 starb. Ihm und seiner ebenfalls heiliggesprochenen Frau Maria de la Cabeza (Gedenktag: 9. September) werden bescheidenes, aber von Früchten getragenes Arbeiten, große Frömmigkeit und trotz der eigenen Armut große Mildtätigkeit nachgesagt. Ob mein Busfahrer fromm war, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass er von uns Schülerinnen und Schülern gemocht wurde.
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