BRIEF_KASTEN
Christi Himmelfahrt unterbricht diese laufende Woche. Vielleicht sollte man sich den Himmel nicht gar so über- oder gar außerirdisch, so abgehoben vom Alltag vorstellen. Die Himmelstore könnten ganz nahe liegen. Vielleicht hat gerade der Himmel mit dem tiefen Empfinden zu tun, das das Volkslied beschreibt. „Gern håbn tuat guat, gern håbn is schen, dås Gfühl sollt niamehr vargehn.“
Die Augen des geliebten Menschen als Himmelstor? Überhaupt: Innige Begegnung als Himmelserfahrung? Man kann nicht festhalten, was man in den Augen eines Menschen erspürt. Es ist ein Spiegeln, ein Ahnen, ein Spüren. Nichts Handfestes, auch kein Wissen lässt sich daraus schöpfen. Ein starkes Ahnen aber, ein Spüren, ein Rühren. „Dås Gfühl sollt niamehr vargehn“, sagt das Lied – und drückt aus, wie sich Liebe nicht festhalten lässt. Der Himmel auch nicht. Die Jünger, die den verklärten Jesus am Berg erlebt haben, auch nicht.
Der Himmel – zu menschlich gedacht? Aber hat nicht Jesus diesen Hinweis gegeben: Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, bin ich mitten unter ihnen? Jeder Mensch: ein Himmelstor.
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