BRIEF_KASTEN
Als ich bei der Einkleidung den Namen „Gottliebe“ erhalten habe, bin ich aus allen Wolken gefallen. Ein Pater aus dem Stift Kremsmünster meinte, das sei kein Name, und so durfte ich zwischen „Gottlieb“ und „Gottlieba“ wählen. Ich habe mich für die weibliche Form entschieden. Der heilige Deochar/Gottlieb war Ende des 8. Jahrhunderts Abt der Benediktinerabtei Herrieden. Er ist unter anderem Patron der Blinden und Augenkranken, weil er einen blinden Knaben heilte. Der Name ist für mich wie ein Lebensprogramm. Er bedeutet „Kind Gottes“, „die von Gott Geliebte“. Unsere Priorin trug mir auf, diese Liebe innig zu erwidern. Das war für mich manchmal auch eine Herausforderung. Mein Name ist nicht sehr geläufig. In Barreiras in Brasilien, wo ich als Missionarin tätig war, nannten mich die Menschen lieber bei meinem Taufnamen Christine. Das Schönste hat meine Nichte einmal gesagt: „Heute kommt die Schwester Lieber Gott!“
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