BRIEF_KASTEN
„Würden Sie sich als einen gläubigen Menschen bezeichnen?“ Auf diese Frage bekäme man vermutlich recht unterschiedliche Antworten. Die meisten würden an Gott denken und gar nicht so recht wissen, wie sie nun antworten könnten. Irgendwie ja, aber ganz unbestimmt. Gott – ein Irgendetwas, ein Trost im Hintergrund vielleicht, das aber im konkreten Lebensalltag keine Rolle spielt? Doch ob „gläubig“ oder nicht, beschreibt nicht nur das Verhältnis von Menschen Gott gegenüber. Es betrifft ebenso, wie sie zueinander stehen. Viele wissen nicht mehr, wem sie trauen können. Sie sind misstrauisch geworden in Bezug auf die Nachrichten der Welt. Für sie gibt es nichts Verlässliches. Ungläubige sind sie geworden in Bezug auf das Leben. Es gibt nichts, was sie als Wahrheit faszinieren könnte, nichts und niemanden, dem sie trauen würden. Und inmitten einer vermeintlich „aufgeklärten“ Welt finden sich Menschen plötzlich wieder in einer Welt voller Ungewissheiten. Durch ihre Köpfe geistern die dunklen Gerüchte verschworener Mächte – oder, vielleicht noch bitterer: Gleichgültigkeit lähmt ihr Herz. Man könne ja ohnehin nichts machen. Vertrauen zu stärken – das ist die große Aufgabe. Nicht nur die Kirchen, auch die Politik sollte Gründe dafür liefern. Denn: Wer dem Menschen nicht traut, wie sollte er auf Gott vertrauen können?
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