BRIEF_KASTEN
Eine Autorin aus Deutschland, die in Israel studiert hat und in Österreich lebt, erhielt den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises. Ihre erste Buchveröffentlichung war ein Volltreffer im doppelten Sinn: „Revolver Christi“ lautet der Buchtitel. Jury und Fachwelt sind angetan von der scheinbar mühelosen Stilsicherheit und Erzählkraft der 35-jährigen Anna Albinus. Am Beginn des Essays steht der namensgebende „Revolver Christi“ als Reliquie und Touristenmagnet, zu dem es alle zehn Jahre eine große Wallfahrt gibt. Die Autorin hat katholische Theologie, Judaistik und Kunstgeschichte studiert und lässt ihr Wissen in die Erzählung einfließen, die sich auch auf die Bergpredigt bezieht und das Spannungsverhältnis zwischen Gewalt und Glauben thematisiert. Nicht sicher scheint, ob die Kriminalgeschichte im Vordergrund oder im Hintergrund steht. Fix ist: Die Geschichte hat kein Ende, jedenfalls keine Auflösung. So geheimnisvoll, wie sich die Handlung durch den Text webt, bleibt der Ausgang. Noch geheimnisvoller wird das 80-seitige Büchlein dadurch, dass es nicht als E-Book erhältlich ist, sondern Geduld gefragt ist, bis man die gebundene Ausgabe in Händen hält.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>