BRIEF_KASTEN
Lieder gibt es genug, die das Jungsein besingen. Auch Wolferl Ambros hat mit André Heller ein Lied mit dem gleichnamigen Titel geträllert. „Wenn du wüst, bleibst imma jung!“, singt Ambros da. Das Altern ist ihnen und uns trotzdem nicht erspart geblieben.
Die katholische Kirche hat es nicht nur beim Thema Alt-sein und -werden nicht leicht. Ich leide als Teil von ihr immer auch mit ihr, aber leiden alleine wäre mir zu wenig, oft muss ich auch schmunzeln.
Zum Beispiel wenn ich mich in kirchlichen Gefilden als über 50-Jährige noch fast jugendlich fühlen darf. Erst kürzlich bekam ich wieder eine Einladung für junge Katholik:innen bis 45. Da bin ich nur ganz knapp nicht mehr dabei. Das kann mir sonst niemand bieten!
In meiner Glaubensgemeinschaft muss man sich nicht krampfhaft jung und fit halten, so etwas wird einem offiziell zugestanden. Während man beim Tennis schon mit 35 zum alten Eisen zählt – vom Fußball rede ich gar nicht –, schätzt die Kirche Menschen jeden Alters, egal ob ein bisschen alt, mittelalt oder sehr alt.
Rückblende: Im Kindergarten meines Sohnes wurde ich beim Abholen mehrmals von den jungen Freund:innen gefragt, ob ich die Oma von J. sei. Das hat mich vor zehn Jahren schon getroffen. Dabei war ich damals kirchlich gesehen ein Jungspund.
Es kommt halt immer auf den Standpunkt an, tröste ich mich. Auch heute noch.
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