BRIEF_KASTEN
In den tiefen Ebenen ist es schon zu spüren. Es riecht danach. Der Frühling kommt. Ins Winterweiß und in das Nebelgrau mischen sich die kräftigen Farben seiner ersten Boten. Da lockt es einen förmlich hinaus. Niemand hat den Frühling selbst gemacht. Er kommt und bringt neue Freude.
Es gibt auch den Frühling, der die Seele lockt. Wie glücklich die Menschen, die fähig sind, sich von einer schönen Erwartung locken zu lassen! Ein neues Wollen. Lebenslust. Die Erstarrungen und Enttäuschungen aus der Vergangenheit dürfen sich lösen.
Der Grund für den Gottesglauben liegt vor uns – und ist nicht eine Pflicht, die einen treibt und verfolgt. Eine Verlockung eher. Ein Ruf.
Mit der christlichen Hoffnung ist es wie mit dem Frühling, auf den man sich freut. Wer glaubt, lebt im Kraftfeld einer Verheißung von etwas, das kommen und wahr werden will. Es ist die Vision eines Lebens in Wahrheit und Gerechtigkeit. Es ist die Hoffnung auf die Erfüllung der Lebenssehnsucht.
Das Volk Israel ist den langen und holprigen Wüstenweg nicht eines strategischen Planes wegen gezogen. Einer Vision sind sie gefolgt: der Vision des Gelobten Landes.
Die Motivation des Glaubens muss sich durch die Kälteeinbrüche der Vergangenheit nicht unterkriegen lassen. Die Verheißung gilt – draußen und drinnen in der Herzenstiefe: Es will Frühling werden.
BRIEF_KASTEN
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