BRIEF_KASTEN
Jeder kennt Shakespeares „Romeo und Julia“ zumindest in Grundzügen. Der Brite erzählt die an sich zeit- und ortlose Geschichte der verhinderten Liebenden im italienischen Verona.
„Zwei Häuser waren – gleich an Würdigkeit – / hier in Verona, wo die Handlung steckt“, heißt es am Anfang der klassischen Übersetzung von Schlegel. Das unterschlägt, dass im Original von „fair Verona“ (etwa „schönes Verona“) die Rede ist. Es ist kein Zufall, dass Shakespeare und seine literarischen Quellen Verona nennen: Die verfeindeten Familien Capulet und Montague waren politische Fraktionen, die es auch in Dantes „Göttliche Komödie“ geschafft hatten. Und Dante musste es ja wissen: Er hatte sich im 14. Jahrhundert zeitweise in Verona aufgehalten. Bis heute wird in Verona das Haus der Capulets gezeigt – inklusive des bei Shakespeare so wirkungsvollen Balkons. Allerdings gibt es keinen Beleg für eine historische Julia, vielmehr findet sich das Grundkonzept der Handlung schon bei Ovid (Pyramus und Thisbe in den Metamorphosen). Dafür bietet „fair Verona“ anderes: etwa die römische Arena oder die mittelalterliche Altstadt.
In welcher italienischen Stadt spielt Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“? Einsendungen bis 6. März 2022 an: KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz; E-Mail: gewinnen@kirchenzeitung.at
Lösung von Ausgabe 6: Marie Curie
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