BRIEF_KASTEN
Nehmen Sie die Fläche von China, Indien, Japan, den USA und ganz Europa zusammen – es ist immer noch kleiner als Afrika. 55 Staaten bilden Afrika, alle gehören zur Afrikanischen Union (AU).
Europa besteht aus 47 Staaten, aber nur 27 bilden die Europäische Union (EU).
Dennoch ist die Wirtschaftsleistung der EU, in Geld gemessen, sechsmal so hoch wie die der AU. Z. B. exportiert Afrika seit der Kolonialzeit vor allem Rohstoffe, die Wertschöpfung durch Weiterverarbeitung geschieht woanders.
Warum eigentlich? Weil das Interesse an wirklicher Veränderung nirgends groß genug ist. Dass der EU-AU-Gipfel in Brüssel am 17./18. Februar Großes bringt, ist unwahrscheinlich. Vielleicht hat er doch etwas gebracht, wenn Sie das lesen.
Aussagen der österreichischen Wirtschaftsministerin beim informellen EU-Handelsministerrat in Marseille am Montag nährten die Hoffnung nicht.
„Afrika ist nicht nur ein Land, aus dem Flüchtlinge kommen, sondern ein Land voller Chancen, voller junger Menschen, die hochdigitalisiert sind.“ Da kann noch so viel von „Partnerschaft auf Augenhöhe“ geredet werden, klingt es hohl.
Den zweitgrößten Kontinent als „Land“ zu bezeichnen, dürfte keiner Ministerin passieren.
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