BRIEF_KASTEN
In Österreich war es schon im April so weit. Weltweit gesehen war heuer am 28. Juli der Tag, an dem die Menschheit bereits so viele Güter verbraucht hat, wie im Lauf eines Jahres nachwachsen können. Ab diesem Welt-Erschöpfungstag lebt die Menschheit sozusagen auf Pump. Nicht gerade verheißungsvoll klingt das.
Seit dem Jahr 2010 begehen die christlichen Kirchen gemeinsam am ersten Freitag im September den „Schöpfungstag“. Frustration und schlechtes Gewissen allein reichen nicht aus, um die Wende zu einer schöpfungsgerechten Weltgestaltung zu schaffen. Die Kraft dazu kommt eher aus der Dankbarkeit für die Schöpfung.
Der christliche Glaube ist ein Schöpfungsglaube. „Es werde!“– das ist das erste Gotteswort der Heiligen Schrift. Weil Gott es will, besteht die Welt. Christinnen und Christen glauben an dieses Werden. Licht, Wasser, Tiere, Pflanzen: Alles verdankt sich dem göttlichen Werde-Willen. Himmel und Erde, Raum und Zeit – es sind die Gottesgaben für seine Geschöpfe. Glauben heißt, an dieses Werden zu glauben – bis ans Ende. Denn selbst im Sterben ist ein Werden.
Es ist eine Versuchung, angesichts besorgniserregender Entwicklungen in eine Welt-Verdrossenheit zu verfallen. Das wäre, wie den Glauben zu verlieren. Kraft wächst jedoch aus einer Welt-Dankbarkeit. Das erste Wort Gottes ist nicht vergangen. Es werde!
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