BRIEF_KASTEN
Allmählich rückt es in den Sinn: dass man Dinge, sobald sie nicht mehr funktionieren, nicht gleich durch Neues ersetzen muss. Auch ein gutes altes Möbelstück muss nicht gleich im Sperrmüll landen. Schleifpapier, Leim, ein Tropfen Öl für die Scharniere, ein neuer Überzug vielleicht, und man hat wieder lange Freude daran.
Wegwerfen und Ersetzen ist nicht immer die tauglichste Methode, wie man mit Dingen umgeht. Pflegen. Instandsetzen. Vom Staub der Zeit befreien. Das ist die bessere Antwort, denn Dinge werden knapp.
Den Staub wegblasen. Den Rost aus den Scharnieren entfernen. Das wäre auch die taugliche Antwort auf die Alterungs- und Ermüdungserscheinungen im zwischenmenschlichen Bereich. Auch Gemeinschaften – und seien es die Religionsgemeinschaften – zeigen Abnützungs- und Ermüdungserscheinungen.
Einfach wegwerfen? Sich des alten Stücks entledigen? Wie bei einem altgedienten Kasten steckt unter dem Rost und Schimmel des Menschlichen noch immer wertvolle Substanz – nämlich die Erfahrung einer jahrtausendealten Geschichte. Was gut ist, freilegen, nur Schadhaftes entfernen!
Der Umgang mit den Schadstellen im Menschlichen verlangt die Sorgfalt eines feinsinnigen Restaurators. Es ist schon so viel im Müll gelandet, dessen Wert man zu spät erkannt hat. Aber da war es dann nicht mehr da.
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