BRIEF_KASTEN
Nach Weihnachten und Ostern ist im westlichen Niederösterreich der Tag des Mostes vermutlich der dritthöchste Feiertag. Das Fest des heiligen Leopold am 15. November, des Landespatrons, mag zwar bei den Schüler:innen höher im Kurs stehen, weil unterrichtsfrei ist, der Tag des Mostes, der immer Ende April begangen wird, bewegt die Menschen im Westen des Bundeslandes aber in deutlich größerer Zahl. So auch wieder vergangenen Sonntag.
Da waren Scharen unterwegs, um die Obstbäume zu bestaunen und sich anschließend in einem Mostheurigen zu stärken. Oder umgekehrt. Die Bäume stehen gerade noch nicht in Vollblüte, aber man bekam schon einen ersten Eindruck von der Pracht, die bald kommen wird. Es sind vor allem die rund 300.000 Birnbäume, die das hügelige Mostviertel in ein Blütenmeer verwandeln.
Unser Geografielehrer am Stiftsgymnasium Seitenstetten hat uns die Augen für diese Schönheit geöffnet. Ausführlich hat er über die Kirschblüte in Japan erzählt: dass sie einen Höhepunkt im Jahreskalender markiere, dass abends unter blühenden Kirschbäumen gefeiert werde. Das sei alles so großartig, dass man sich das gar nicht vorstellen könne, ein Weltwunder eben. Nur eines ist schöner. Sie haben es erraten: die Birnbaumblüte rund um das Stift Seitenstetten und im ganzen Mostviertel. Wie recht doch Lehrer manchmal haben.
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