BRIEF_KASTEN
Ende April reist Papst Franziskus nach Ungarn. Nach einen Kurzaufenthalt beim Eucharistischen Weltkongress 2021 ist es bereits sein zweiter Aufenthalt dort.
Viel interessanter als wohin der Papst reist, ist derzeit aber, wohin er nicht reist: nach Deutschland. Natürlich wäre das eine alles andere als einfache Reise: Dort erwarten den Papst keine „Schäfchen“, sondern mündige und selbstbewusste Kirchenmitglieder. Dort sagt man nicht Ja und Amen, wenn vatikanische Behördenleiter Briefe mit Vorgaben schreiben. Dort wird wissenschaftliche Theologie auf höchstem Niveau betrieben: Entscheidungen müssen vernünftig begründet werden.
Aber auch wenn es für den Pontifex maximus schwierig ist, wäre ein Besuch in Deutschland hoch an der Zeit. In keinem anderen europäischen Land gärt es in der katholischen Kirche so sehr wie dort.
Kein anderes Land hat einen synodalen Weg mit qualitativ hochstehenden Texten abgeschlossen. Mit keiner anderen Teilkirche hat Rom so offensichtliche Meinungsverschiedenheiten bei der Kirchenreform. Ein Papstbesuch in Deutschland würde die Probleme nicht gleich lösen, aber könnte den notwendigen ernsthaften Dialog anstoßen, der dafür notwendig ist.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>