BRIEF_KASTEN
Was am derzeitigen Konflikt Russlands mit dem Westen rund um die Ukraine besonders schmerzt, ist die Tatsache, dass sich hier das Vorgehen von Staaten auch in den letzten Jahrzehnten nicht verbessert zu haben scheint.
Noch immer geht es um Einflusssphären, um Machtbereiche und darum, Interessen mit militärischer Drohung oder Aktion durchzusetzen: eben Krieg als „Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln“ (Carl von Clausewitz, 1780 bis 1831, also nicht gerade ein taufrischer Autor).
Auch die Hoffnung, das Interesse an weltweiter ökonomischer Zusammenarbeit werde das militärische Konfliktpotential reduzieren, hat sich nicht im erhofften Umfang erfüllt: Die Wirtschaft wurde zum Teil auch zu einem Schlachtfeld pervertiert, wirtschaftliche Güter (oder das Vorenthalten) können Kampfmittel sein. Dort wird zwar nicht direkt getötet, aber der wirtschaftliche Absturz von Menschen kann dieselbe Wirkung haben.
Was dennoch hoffen lässt, ist die Tatsache, dass diese rückwärtsgewandte Gewaltpolitik zunehmend als der Skandal erfahren wird, der er ist.
Natürlich beeindruckt zum Beispiel Wladimir Putin keine Kritik.
Das ist aber kein Grund, sich selbst in einen Zynismus à la „Gewalt hat es immer gegeben und wird es immer geben“ zu verfallen. Denn Ideale werden nicht in einer perfekten Welt gebraucht, sondern in der unperfekten.
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