BRIEF_KASTEN
Der Preisgipfel der Regierung war enttäuschend. Damit stellt sich weiterhin die Frage, wie von Armut betroffene Menschen in Österreich entlastet werden können.
Einer wird das nicht tun: der „freie Markt“. Es ist nämlich gar nicht sicher, ob ein solcher langfristig existieren kann.
Ein freier Markt ohne Beschränkung trägt die Gefahr der Monopolbildung und damit seiner Selbstabschaffung in sich: Erfolgreiche Anbieter kaufen weniger erfolgreiche auf. Am Schluss stehen wenige Anbieter vielen Nachfragenden gegenüber. Sie dominieren den Markt, er ist nicht mehr frei.
Auch das Kartellrecht hat Grenzen: In Österreich haben drei Supermarktketten laut Marktforschung zusammen einen Anteil am Lebensmitteleinzelhandel von 84 Prozent.
Ein böser Scherz ist auch die Rede vom „freien“ Strommarkt. Laut Merit-Order-Prinzip richtet sich der Strompreis nach dem teuersten Kraftwerk! Ein freier Markt dürfte aber niemals den teuersten Anbieter schützen.
Versagen die Märkte, bleibt der Staat übrig. Wenn er Marktteilnehmende mit Maß an soziale Erfordernisse bindet, ist das noch lange keine Planwirtschaft. Und er beschädigt auch nicht den angeblichen „freien Markt“, von dem wir gar nicht wissen, ob er überhaupt existiert.
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