BRIEF_KASTEN
Dann folgt das Herzeigen, das Vergleichen auch – wer, was und wie viel? – der Ausdruck der Freude, das Bedanken – manchmal mischt sich wohl auch der Schatten einer leisen Enttäuschung dazu. Mit dem Schenken ist es nicht einfach.
Das hauptsächliche Weihnachtsgeschenk bleibt dabei oft unbedacht. Keiner der Menschen, die um den Christbaum versammelt sind, hat sich selbst erworben. Sie alle haben ihr Leben – geschenkt bekommen.
Vielleicht würde sich die Tür zu Weihnachten ein Stück weiter öffnen, wenn man sich dieses recht deutlich ins Bewusstsein riefe: „Ich bin ein Geschenk!“ Dem Wesen des Christentums käme das sehr nahe, denn auch Gott hat sich in Jesus geschenkt.
Wenn ich also ein Geschenk bin: Sollte es dann nicht vor allem eines wollen: dass sich andere mit mir über dieses Geschenk freuen können? Ich müsste dann trachten, dass Leute nicht erschrecken, wenn sie es mit mir zu tun bekommen, oder dass sie Angst vor mit haben müssten – dass vielmehr Augen ins Leuchten kommen.
Die christliche Moral könnte man auf einen ziemlich einfachen Nenner bringen: Lebe so, dass andere Menschen die Begegnung mit dir als Geschenk erleben. Du bist es ja.
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