BRIEF_KASTEN
Der Kreuzweg des Papstes beim Kolosseum kehrte nach 2-jähriger Corona-Pause an seinen traditionellen Ort zurück.
Offizielle Vertreter/innen der Ukraine kritisierten, dass eine ukrainische und eine russische Frau gemeinsam das Kreuz zur 13. Station (hier: „Jesus stirbt am Kreuz“) trugen.
Dass das gemeinsame Kreuztragen auf Widerstand stieß, zeigt die Dynamik des Krieges: Alles muss dem „Entweder-oder“ untergeordnet werden. Für Schattierungen bleibt kein Platz. Die Ukrainerin und die Russin hatten sich als Pflegerinnen auf einer Palliativstation in Rom kennen und schätzen gelernt.
Die Russin mit Vornamen Albina erklärte gegenüber Radio Vatikan: „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele familiäre Bindungen es zwischen den Ukrainern und Russen gibt.“
Als sich die Kolleginnen und Freundinnen nach Kriegsbeginn das erste Mal auf der Station begegneten, schauten sie sich an und begannen zu weinen. „Albina fing an, sich bei mir zu entschuldigen … Ich versicherte ihr, dass sie damit nichts zu tun hat“, erinnert sich die Ukrainerin namens Irina.
Und dann sagt sie etwas Wichtiges: „Ich glaube nicht, dass dieser Krieg alle Beziehungen zerstören kann.“ Das ist Osterglaube, mitten im Krieg.
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