BRIEF_KASTEN
Ich habe keinen grünen Daumen und betreibe daher in meinem Garten während des Jahres wenig Aufwand. Nur im Herbst fordert die Natur mit dem vielen Laub über einen längeren Zeitraum (der Apfeldorn-Baum hat seine Blätter ja noch immer nicht verloren) die Aufmerksamkeit, die ihr zusteht. Auch wenn das Wort hier im eigentlichen Sinn nicht passt, empfinde ich dieses Einfordern meiner Arbeitsleistung beim Laubaufräumen als „gerecht“: Seit dem Frühjahr habe ich den Garten eigentlich nur genossen und wurde reich beschenkt: Sonne tanken, mit den Kindern spielen, mit Freunden zusammensitzen. Jetzt „will“ der Garten eine kleine Gegenleistung. Natürlich ist mir bewusst, dass „der Garten“ keine Person ist und gar nichts wollen kann. Die Natur käme außerdem auch gut damit zurecht, würde ich nichts tun: Verwilderung gilt ja als Naturzustand. Dennoch erinnert mich das Laubaufräumen im Herbst an zwei wichtige Haltungen im Leben: Achtsamkeit und Dankbarkeit. Wer achtsam ist, der hält Freuden nicht für selbstverständlich, sondern ist dankbar. Und das kann man auch zeigen.
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