BRIEF_KASTEN
Wieder ist eine Versammlung des synodalen Weges in Deutschland zu Ende gegangen. Gefordert wird unter anderem das Ende des Pflichtzölibats, die Öffnung von Weiheämtern für Frauen sowie eine neue Sexualmoral.
Überraschend ist das nicht. Verwunderlich bleibt aber die Haltung Roms: Bischöfe berichten von Skepsis im Vatikan. Das ist zwar freundlicher als die Haltung mancher Reformgegner, die eine Kirchenspaltung an die Wand malen. Aber die Haltung Roms zum synodalen Weg entspricht nicht dem, was sonst gerne gefordert wird: dass Synodalität mit Zuhören zu tun hat.
Die genannten Reformen sind alles andere als neu. Sie entsprechen dem, was sich moderne, offene Katholikinnen und Katholiken seit Jahrzehnten von der Kirchenleitung erwarten. Sie sind auch gut begründet.
Aber sie stoßen regelmäßig auf taube Ohren. Der Vatikan will nicht hören, wie sich gläubige Menschen in Mitteleuropa (und anderswo) ihre Kirche vorstellen. Das Nein zur Priesterweihe von Frauen durch Johannes Paul II. (1994) entsprach dieser Haltung: die Diskussion sollte abgewürgt werden.
Das wurde gehört, doch die Macht siegt nicht über Argumente.
Papst Franziskus könnte ein Zeichen setzten, indem er an der nächsten Versammlung des synodalen Weges teilnimmt.
Das brächte allen mehr als sein Talkshow-Auftritt am Sonntag.
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