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Linz ist „Vorzeige-Diözese“ in puncto Kunst & Kirche

Kunst & Kultur

Sie kennt die Sammlung Rombold besonders gut: Prof. Monika Leisch-Kiesl. Sie hat den von Günter Rombold gesetzten Schwerpunkt Kunst an der damaligen Katholisch-Theologischen Hochschule weiterentwickelt und nun die aktuelle Ausstellung gemeinsam mit Sabine Sobotka und Gabriele Spindler kuratiert.

Ausgabe: 7/2020
11.02.2020
- Elisabeth Leitner
ALFRED KUBIN, Golgotha, um 1920, sign., Aquarell, Tusche auf Katasterpapier, 39,2 × 31,2 cm, Inv.-Nr.: Ha II 13.179, OÖ Landesmuseum / Eberhard Spangenberg, München / Bildrecht Wien 2020
ALFRED KUBIN, Golgotha, um 1920, sign., Aquarell, Tusche auf Katasterpapier, 39,2 × 31,2 cm, Inv.-Nr.: Ha II 13.179, OÖ Landesmuseum / Eberhard Spangenberg, München / Bildrecht Wien 2020
© Eberhard Spangenberg, München / Bildrecht Wien 2020

Was ist das Besondere an der Sammlung?  
Monika Leisch-Kiesl: Günter Rombold hatte ein großes Gespür für Qualität. Dadurch konnte er bedeutsame Werke – wie etwas von Max Beckmann – bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt relativ günstig erwerben. Daneben zeugt die Sammlung von seinem existenziellen Zugang zur Kunst. Expressive Tendenzen sind vorherrschend: Werke des Expressionismus vom Beginn des 20. Jahrhunderts, Werke des Informel aus den 1950er-/60er-Jahren und schließlich die sogenannten „Neuen Wilden“ der 1980er-Jahre. Daneben hat ihn die Abstraktion interessiert; hier sah er stärker spirituelle und meditative Aspekte artikuliert.
Gab es auch Überraschendes für Sie?
Leisch-Kiesl: Auffallend, und für viele möglicherweise überraschend, sind eine Reihe herausragender Arbeiten erotischen, zum Teil auch sexuellen Inhalts. „Die Kunst ist ein Anwalt des Eros“, ist neben dem Ausdruck des Existenziellen und der Suche nach Transzendenz die dritte Säule, auf der er seine Sammlung aufbaute. Ich habe diesem Ausspruch meinen Katalogbeitrag gewidmet, um dieser bislang weniger beachteten Qualität der Sammlung Rombold ein wenig auf die Spur zu kommen.

Gibt es in der Sammlung Rombold Arbeiten, die Sie in besonderer Weise ansprechen?
Leisch-Kiesl: Ja, mein Lieblingsblatt ist „Dominanz der Weisheit“ von Maria Lassnig. Er hat es erst relativ spät erworben. Ich denke, es hing mit Rombolds Auseinandersetzung mit dem Feminismus und mit Genderfragen zusammen. Im Zuge dessen hat er auch bemerkt, dass Künstlerinnen in seiner Sammlung stark unterrepräsentiert sind.

Kunst und Religion waren die Leidenschaft von Günter Rombold. Was hat er in puncto Kunst für die Diözese Linz vorangetrieben?
Leisch-Kiesl: Kunst und Religion gehörten für ihn zusammen. Da Religion die zentralen Fragen des Menschseins thematisiert und prägt, könne sie auf Kunst nicht verzichten. „Auf Kunst verzichten, heißt sprachlos werden.“ Das war sein Credo und das haben wir auch als Motto für den Sammlungskatalog gewählt.
Die Diözese Linz ist innerhalb Österreichs eine „Vorzeige-Diözese“ hinsichtlich der Auseinandersetzung und des Dialogs zwischen Kirche und zeitgenössischer Kunst. Inzwischen sind wir eine Reihe von Persönlichkeiten, die sich dafür engagieren – und dies auf einem qualitativ hohen Niveau. Da ließe sich nun vieles aufzählen: Ich greife die ökumenische Zeitschrift „kunst und kirche“ heraus. Günter Rombold hat sie über Jahrzehnte als einer der Redakteure bzw. als Mitherausgeber geprägt. Sehr deutliche Spuren hat er auch an der Katholischen Privatuniversität Linz hinterlassen.


Führung mit Prof. Monika Leisch-Kiesl: Do., 23. April, 18 Uhr, Thema: Der Sammler Günter Rombold

 

Hubert Nitsch über die Sammlung Rombold

Leidenschaft für die Kunst

Monika Leisch-Kiesl ist Professorin für Kunstwissenschaft und Ästhetik an der Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft der KU Linz. Seit 2002 Mitherausgeberin von „kunst und kirche. Magazin für Kritik, Ästhetik und Religion“.
Monika Leisch-Kiesl ist Professorin für Kunstwissenschaft und Ästhetik an der Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft der KU Linz. Seit 2002 Mitherausgeberin von „kunst und kirche. Magazin für Kritik, Ästhetik und Religion“.
© Winder
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