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Jetzt im Kino

Den „letzten Gipfel“ kann man auslassen

Bücher, Filme, Musik

„Der letzte Gipfel“ ist ein Film des spanischen Regisseurs Juan Manuel Cotelo, der nun in Österreichs Kinos anläuft, ganz offensichtlich Werbung für das katholische Priestertum machen soll – und schon vom Grundkonzept her scheitert.

Ausgabe: 11/2020
10.03.2020
- Heinz Niederleitner
Ein Priester „feiert“ für sich allein in den Bergen Eucharistie – und was ist mit den Gemeinden im Tal?
Ein Priester „feiert“ für sich allein in den Bergen Eucharistie – und was ist mit den Gemeinden im Tal?
© © 2018 FUNDACIÓN INFINITO

Vorgeblich handelt es sich bei dem Film um eine Dokumentation über den Priester und Hochschullehrer Pablo Domínguez Prieto, der 2009 auf einer Bergtour in Spanien starb. Dazu werden Verwandte und Bekannte vor die Kamera geholt. Aber schon die Anfangssequenz (durch Zeichnungen dargestellt wird die Kreuzigung eines Priesters) macht klar, was der Regisseur eigentlich will: der verbreiteten kritischen Sicht auf das Priestertum ein Priesterideal entgegensetzen. Doch genauso wenig wie die verallgemeinernden Vorurteile gegen Priester zutreffen, genauso schief ist die eine Stunde und 20 Minuten dauernde Beweihräucherung und Quasi-Heiligsprechung des Toten, von dem wir im Übrigen nicht wissen können, ob ihm diese Instrumentalisierung recht gewesen wäre. Hinter den schönen Bildern lauert ein verschrobenes Priesterbild. Da steht in einer nachgestellten Szene ein Priester ohne einen einzigen anderen Menschen auf einem Berg und „feiert“ für sich allein Eucharistie. Für Gemeinden, die sonntags nicht Eucharistie feiern können, sind diese Bilder eines klerikalen Egoismus ein einziger Hohn.

 

Schiefe Optik

Und der Zölibat? Kein Problem, vermittelt der Film, unverheiratet zu sein habe die Hauptperson als leichter zu leben empfunden als eine Ehe. Dass es das Problem der alten, vereinsamenden Priester gibt, ist dem Filmemacher keine Sekunde wert. Das hätte nur gestört, denn die Hauptperson ging schon mit 42 Jahren „in den Himmel“, während sie – so suggeriert es der Film – den Luxus hatte, eine einzelne Person bei einer Bergwanderung geistlich zu begleiten. Laut den Worten des Regisseurs gegenüber Kathpress seien mehr als 50 Personen aufgrund des Films ins Priesterseminar eingetreten. Hoffentlich hat ihnen dort jemand gesagt, dass man als Gemeindepfarrer vergleichbare Arbeitsbedingungen kaum hat.
Das alles führt dazu, dass der Streifen keine Dokumentation, sondern durchsichtige Propaganda ist, die einem vernunftbegabten Katholiken im 21. Jahrhundert peinlich sein muss.

 

Ab 15.3. in den Starmovie-Kinos Peuerbach, Regau, Ried, Liezen, Steyr, Wels; ab 21.3. im Kino Lambach; ab 31.3. im Diesel-Kino Braunau

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