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Zwischen App und Amtsweg: Senior:innen und ID Austria

GESELLSCHAFT_SOZIALES

Konkrete Unterstützung beim „digitalen Amt“, der ID Austria, schaffen Pensionistenverband und Seniorenbund in Kooperation mit dem Land OÖ.

Ausgabe: 41/2025
07.10.2025
- Andrea Mayer-Edoloeyi
Die ID-Austria-App am Smartphone soll Behördenwege erleichtern und vereinfachen. Aber gerade älteren Menschen macht die „Verdigitalisierung“ des Alltags Sorgen.
Die ID-Austria-App am Smartphone soll Behördenwege erleichtern und vereinfachen. Aber gerade älteren Menschen macht die „Verdigitalisierung“ des Alltags Sorgen.
© Sylvie Pabion Martín/Adobe Stock; H. K. TECHT / APA/picturedesk.com

Die ID-Austria-App bereitet vielen älteren Menschen Kopfzerbrechen. Damit soll man sich digital gegenüber Behörden, aber auch bei privaten Anbietern ausweisen können. Geplant ist, dass auch der Ausweis oder Führerschein am Smartphone verfügbar sind.

 

„Bis 2030 wollen wir alle neun Millionen Menschen im Land mit einer digitalen Identität ausstatten“, sagt der Staatssekretär für Digitalisierung, Alexander Pröll. Die ID-Austria-App ist schon jetzt in manchen Fällen die Voraussetzung, um Behördenwege erledigen zu können. 

 

Dezentrale Aktionstage


Pensionistenverband und Seniorenbund organisieren nun in Kooperation mit dem Land Oberösterreich konkrete Hilfe für  Senior:innen im Umgang mit der ID Austria. Geplant sind Aktionstage in allen Bezirkshauptmannschaften Oberösterreichs, gestartet wird mit der Pilotveranstaltung am 
23. Oktober 2025 für die Bezirke Grieskirchen und Eferding, im Februar und März 2026 folgen Termine in allen weiteren Regionen.


Birgit Gerstorfer vom Pensionistenverband erklärt: „Die Erfahrung bei vielen unseren Mitgliedern zeigt: Die größte Hürde für viele ältere Menschen ist es, überhaupt einmal erfolgreich in die ID Austria hineinzukommen, die richtigen Zugangsdaten zu erhalten und diese auch korrekt zu verwenden. Dann erst kann über die Anwendung der App und deren Funktionen gesprochen werden.“ 


Im Mittelpunkt des Serviceangebots steht also die Unterstützung bei der Registrierung sowie die praxisnahe Einführung in die Nutzung der ID Austria-App. Vor Ort stehen fachkundige Trainer bereit, die in kleinen Gruppen einen Nachmittag lang die wichtigsten Funktionen erklären, Schritt für Schritt durch den Download-Prozess begleiten und individuelle Fragen beantworten.  

 

Digital und analog


„Angebote wie dieses helfen, Hürden abzubauen und Seniorinnen und Senioren mehr Sicherheit im Umgang mit der digitalen Welt zu geben“, sagt Josef Pühringer vom Seniorenbund. Er betont, dass es Aufgabe der Seniorenorganisationen sei, „auf jene hinzuweisen, die nicht in der digitalen Welt aktiv sind. Auch für sie braucht es Möglichkeiten, den Alltag zu meistern.“ Er ist sich mit seiner Kollegin Birgit Gerstorfer einig: „Digitale Angebote müssen auch weiterhin in analoger Form zur Verfügung stehen.“ 

 

Diskriminierungsschutz 


Die Vertreter:innen der älteren Generation betonen, dass durch die zunehmende „Verdigitalisierung“ des Alltags die Gefahr bestehe, dass Menschen, die nicht selbstverständlich mit digitalen Medien umgehen können, benachteiligt werden. Immer häufiger könnten wichtige Anliegen nur mehr online, per Smartphone oder App erledigt werden. Beispiele wie der Reparaturbonus oder der Handwerkerbonus, die ausschließlich digital beantragt werden konnten, hätten dies zuletzt deutlich gezeigt. 


Kritik an der ID Austria kommt auch von der Datenschutzinitiative epicenter.works. „Kein technisches System sollte Voraussetzung für den Erhalt wesentlicher staatlicher Dienstleistungen oder Informationen von Arbeitgeber:innen sein“, sagt Datenschützer Thomas Lohninger. epicenter.works hat konkrete Beispiele gesammelt, wo es jetzt schon keine analoge Alternative mehr gibt. Ab 2026 gelte auf EU-Ebene ein Diskriminierungsschutz. 

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www.kirchenzeitung.at/vorteilskarte oder Tel. 0732 76 10 3944

© HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com
Josef Pühringer (OÖ Seniorenbund) und Birgit Gerstorfer (Pensionistenverband).
Josef Pühringer (OÖ Seniorenbund) und Birgit Gerstorfer (Pensionistenverband).
© Seiringer
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