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Oberösterreichs Beitrag für ein gutes Leben in Afrika

Gesellschaft & Soziales

Kleine Landwirtschaften in afrikanischen Ländern bringen oft zu wenig Ertrag, um ein gutes Leben zu führen. Fachwissen aus Oberösterreich könnte daran etwas ändern. Eine Gruppe aus Ostafrika ist deshalb zur Zeit im Land unterwegs.
 

Ausgabe: 28/2019
09.07.2019
- Christine Grüll
Beim Rundgang auf dem Bio-Hof Wild-Obermayr in Niederneukirchen: Elias Byaruhanga (mit weißem T-Sirt) und Charles Ombok (2. von links)
Beim Rundgang auf dem Bio-Hof Wild-Obermayr in Niederneukirchen: Elias Byaruhanga (mit weißem T-Sirt) und Charles Ombok (2. von links)
© KiZ/CG

Elias Byaruhanga befühlt den Apfel, der klein und grün auf dem Ast hängt. Der Manager aus Uganda blickt kurz die Obstbaumreihe entlang und schließt sich dann der Besuchergruppe an. Auf dem Weg in Richtung Spargelfeld erzählt er von der Landwirtschaft in seinem Heimatland. Es wird viel mit den Händen gearbeitet, Maschinen kommen in einem weit geringeren Ausmaß zum Einsatz wie in Oberösterreich. Aber das Wetter verändere sich auch in Uganda, sagt Elias Byaruhanga. Im Frühling war es viel zu trocken, dafür regnet es jetzt. „Das ist nicht normal.“

 

Besuch in Fachschulen und Betrieben

Vier Wochen lang ist Elias Byaruhanga gemeinsam mit 15 weiteren Gästen aus Kenia, Uganda und Ghana in Oberösterreich unterwegs. Sie sind selbst in der Landwirtschaft tätig oder in Organisationen, die der Landbevölkerung Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Auf Einladung der oberösterreichischen Landesregierung und des gemeinnützigen Vereins Oikocredit besuchen sie landwirtschaftliche Fachschulen und Betriebe wie den Bio-Gemüsehof Wild-Obermayr in Niederneukirchen. Seit 40 Jahren hilft die Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit Menschen in rund 70 Ländern aus der Armut. Der Verein arbeitet dafür mit Partnern vor Ort zusammen, um Mikrokredite zu vergeben und Bildungsmöglichkeiten anzubieten. Mikrokredite sind kleine Darlehen an einkommensschwache Menschen, die keinen Zugang zu Bankkrediten haben. Einer der Partner von Oikocredit ist das Finanzinstitut Ebo Sacco in Uganda, bei dem Elias Byaruhanga arbeitet. Er unterstützt die Landbevölkerung, damit sie von ihren Erzeugnissen leben kann. Nach der Reise wird er ein spezielles Projekt entwickeln und umsetzen. Das ist das Ziel der Fortbildungsreise.

 

Ohne Kunstdünger und Pestizide

Im überdachten Innenhof des Vierkanters erzählt Gabriele Wild-Obermayr, dass sie 100 verschiedene Obst- und Gemüsesorten anbauen, ohne Kunstdünger und chemische Pestizide. Das wirft Fragen bei den Gästen auf. Keine Chemie – was hilft dann zum Beispiel gegen Blattläuse? Interessiert beugen sie sich über ein feinmaschiges Netz, das saugende Insekten abhalten soll, und berühren vorsichtig eine Brennnessel. Brennnesseljauche wirkt bei manchen Pflanzen gegen Insekten. Auch Charles Ombok meldet sich zu Wort. Er möchte wissen, ob die Pflanzen Samen produzieren oder ob jedes Mal wieder neues Saatgut gekauft werden muss. Der junge Mann ist Mitglied der „Auma Obama Foundation – Sauti Kuu“ in Kenia. Die Organisation arbeitet daran, jungen Menschen Perspektiven für ein eigenständiges Leben zu öffnen. Viele Familien besitzen Land, wissen aber nicht, wie sie es gewinnbringend nutzen können. Ihr Leben soll durch nachhaltige Projekte verbessert werden. Charles Ombok brennt darauf, seinen Beitrag dazu zu leisten: „Ich möchte in den Medien über landwirtschaftliche Themen berichten“, sagt er. Genug Stoff dafür konnte er bereits sammeln: von der Lebensmittelkonservierung über Silagebereitung bis zur Milchverarbeitung. Nach der zweistündigen Führung in großer Hitze steigt die Gruppe in den Bus. Mit gefüllten Notizblöcken und vielen Fotos auf den Mobiltelefonen.

Gabriele Wild-Obermayr und Klaus Wild vom Bio-Gemüsehof in Niederneukirchen.
Gabriele Wild-Obermayr und Klaus Wild vom Bio-Gemüsehof in Niederneukirchen.
© KiZ/CG
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