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Eine Mutter hat zwei Söhne ...

Gesellschaft & Soziales

Monika S. stellt die Tasse ab. „Damals, als es zur Scheidung kam, ist alles gekippt“, ist sie sich sicher. In einem Besprechungszimmer der Haftentlassungsbetreuungsstelle NEUSTART kann sie sich alles von der Seele reden.

Ausgabe: 13/2019
26.03.2019
- Matthäus Fellinger
Die Tasse ist leer getrunken. Die Sorgen der Mutter aus der Seele gesprochen.
Die Tasse ist leer getrunken. Die Sorgen der Mutter aus der Seele gesprochen.
© KiZ/M. F.

Der Große war damals 13, der Kleinere acht. Sie hat mit den Buben aus dem Haus ausziehen müssen, in einer kleine Wohnung. Geahnt hatte sie es damals schon: Mit ihrem Jüngsten „geht es in eine andere Richtung“. Eine Lehre – Koch oder Elektriker – könnte er schon schaffen. So hoffte sie. 
Es war im April 2016, als die Polizei kam. 17 war der Jüngere inzwischen geworden. Sie nahmen ihn mit. Ein Drogendelikt. Er hatte nie Geld gehabt – oder immer zu wenig. So ist er in dieses Milieu abgeglitten. Monika war nicht daheim, als die Polizisten kamen, erst am Ende der Aktion ist sie dazugekommen. „In meinen Sachen haben sie herumgestöbert – dürfen sie denn das?“, regt sich Empörung in ihr. Wenn sie heute ein Polizeiauto sieht oder wenn ihr  Telefon läutet, gerät sie in Panik. Ist wieder was? 
Und jetzt auch noch das: Der Zweite, der Ältere. Jetzt wurde auch er verhaftet. Sexuelle Nötigung wird ihm vorgeworfen. Die Mutter will es nicht glauben. Es gab eine Verhandlung.Von 24 Monaten unbedingt war die Rede.
Wenn alles gut geht, wird dem jüngeren Sohn das letzte Drittel der Strafe gegen Auflagen erlassen. Das wäre im August. Voraussichtlich wird er dann drei Jahre lang einen Bewährungshelfer oder eine Bewährungshelferin zur Unterstützung haben. 
Monika S. ist jetzt in Pension. Es hat sie alles psychisch so sehr belastet. Außer mit ihrem Lebensgefährten kann sie mit niemandem darüber reden. Nicht einmal die Großeltern wissen, was los ist. Dass beim Jüngeren mit Drogen etwas war, werden wohl einige wissen. Aber beim Älteren? Wer weiß, was die Leute hinter ihrem Rücken reden? 
Jetzt hofft Monika, dass auch dem Älteren ein Teil der Strafe erlassen werden wird – und dass er eine so gute Bewährungshelferin bekommt wie der Jüngere. Sie selbst will alles tun, damit es gut wird – dass sie einmal auf schwierige Jahre im Leben zurückschauen wird, dann aber doch wieder auf gute Jahre.
„Ich stehe zu meinen Kindern, zu 100 Prozent“ – es habe nicht einen Besuchstag gegeben, den sie ausgelassen habe, versichert die Mutter. Sie versucht, alles zu tun, damit der Wiedereinstieg gelingt. Und die Freundin des Sohnes steht nach wie vor zu ihm.

 

"Mein Kind hat etwas angestellt"

Ein Engel für Patricia
 

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