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„Wichtig ist, frühblühende Arten zu erhalten und zu fördern, wie beispielsweise Schneeglöckchen, Krokus, Winterling, Blaustern, Leberblümchen oder auch Primeln. Dadurch, dass es jetzt wieder wärmer geworden ist, blühen auch schon Forsythie, Weiden oder der Löwenzahn. Sie alle sind essenziell für die frühfliegenden Bestäuber, vor allem die jungen Hummel- und Wespenköniginnen oder Schmetterlinge“, sagt Carolina Trcka-Rojas vom Naturschutzbund.
Auch die zurückkehrenden Zugvögel und jene, die bei uns überwintert haben, brauchen nun gute Rücklagen und Habitate, um sich auszubreiten, sagt Trcka-Rojas: „Perfekt sind dichte Hecken und auch Bäume – je älter, desto besser. Selbst ein abgestorbener Baum kann ganz essenziell sein für viele Arten.“
Wer Nützlinge in den Garten locken will, sollte Unkräuter stehen lassen. „Heimische Kräuter wie Distel, Löwenzahn, Gänseblümchen und Co werden von Insektenarten als Nahrungsquelle genutzt. Viele Unkräuter haben den tollen Nebeneffekt, dass sie nicht nur von Bestäubern, sondern auch von vielen Nützlingen besucht werden. Dazu gehören Schwebfliegenlarven, die wie Marienkäfer Blattläuse fressen“, erklärt Trcka-Rojas. Eine der besten Anlockmöglichkeiten sei die wilde Karotte deren Duft unter anderem Schlupfwespen mögen, die Schädlinge in großen Maßen vertreiben können. Wohl fühlen sich die Nützlinge zudem, wenn es neben verschiedenen Blühpflanzen und Kräutern auch Hecken und Gehölze gibt. Diese müssten nicht immer von der breiten Sorte sein, „es reicht auch ein einzelner Hollerstrauch zum Beispiel“, sagt Trcka-Rojas.
Als Verstecke und Nistplätze für Reptilien, Amphibien und Vögel eignet sich alles Mögliche mit Stacheln, wie Schleedorn, Sanddorn oder andere stachelige Heckenpflanzen. „Diese sind ein guter Lebensraum, da Beutegreifer wie Krähenvögel, Falken oder Katzen hier weniger hingelangen und so die anderen Tiere geschützt sind“, sagt Tcka-Rojas. Für Vögel kann man Lochbretter oder Nistkästen am oder ums Haus befestigen. Wer einen Naturgarten möchte, befolgt am besten das „Weniger ist mehr“-Prinzip: Weniger Unkraut jäten (Nahrungsquelle für Insekten), Asthaufen (Unterschlupf für Amphibien und Reptilienarten) und Laubhaufen (Zuhause für Glühwürmchenlarven, Schmetterlinge, Igel) liegen lassen.
Trcka-Rojas empfiehlt, eine „wilde Ecke“ im Garten entstehen zu lassen. Diese muss nicht riesig sein: „Selbst ein schmaler Randstreifen ist absolut ausreichend. Vielleicht gibt es eine Stelle, die man ohnehin nicht gerne mäht, wo der Boden feucht, kühl oder steinig ist - das bietet sich perfekt an zum Verwildern lassen.“ Wichtig sind auch Wasser- und Feuchtstellen im Garten. „Wer keinen Platz für einen großen Teich hat, kann auch einen Eimer im Boden einlassen. Diesen können Insekten für ihre Larven nutzen, aber auch eine Trinkquelle für Vögel sein.“ Frösche und Fische im selben Teich anzusiedeln ist übrigens keine gute Idee, da die Fische den Laich und die Kaulquappen fressen. Besser, jede Tierart bekommt ihr eigenes Plätzchen.
www.naturschutzbund.at,
www.umweltberatung.at
Ungefüllte (= Pollen gut sichtbar), heimische Blüten durchs ganze Jahr für die „Insektenbar“
Frühblühende Gehölze wie Haselnuss, Dirndlsträucher oder Weiden für Hummeköniginnen und andere Wildbienen
Wildes Eck im Garten, wo wächst, was natürlich aufkommt
In Ruhe nisten lassen: Ab März werden Sträucher und Bäume zum Kinderzimmer für Vögel, Gartenschere ruht
Künstliches Licht reduzieren: Hilft Fledermäusen, Nachtfaltern und Glühwürmchen und spart Stromkosten.
Biologisch garteln: Gifte im Garten schädigun nicht nur Insekten, sondern auch alle Tiere, die sich von ihnen ernähren. Besser auf biologische Methoden zurückgreifen
Nisthilfen für Wildbienen oder Vögel aufstellen/aufhängen
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