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Der Apfel, vielfältige Frucht

LEBENS_WEISE

Er fördert die Gesundheit, lässt sich wunderbar lagern, kommt in Sprichwörtern vor, muss für Orakel herhalten und manche machen ihn sogar verantwortlich für den Sündenfall im Paradies: den Apfel.

Ausgabe: 37/2026
08.09.2026
- Judith Moser-Hofstadler
Kein Apfel gleicht dem anderen. Ein ungewöhnlicher Anblick für jene, die Äpfel nur aus dem Supermarkt kennen.
Kein Apfel gleicht dem anderen. Ein ungewöhnlicher Anblick für jene, die Äpfel nur aus dem Supermarkt kennen.
© Simona / Adobe Stock

Äpfel sind ein so selbstverständlich verfügbares Obst in unseren Breiten, dass sich kaum jemand Gedanken darüber macht, wo der Ursprung  davon liegen könnte. Es gibt Wildäpfel, doch Apfelbäume  zu kultivieren und unterschiedliche Sorten zu züchten, haben sich die Europäer:innen von Asien abgeschaut. Erst Karl der Große, der um das Jahr 800 die Landwirtschaft in Mitteleuropa reformiert hat, hat angeordnet, Apfelbäume zu pflanzen.

 

Eigene Wissenschaft

 

Im Vergleich zu den wenigen Apfelsorten, die es heute zu kaufen gibt, ist es kaum vorstellbar, dass zur Hochblüte der Apfelsortenkunde (Pomologie) im 19. Jahrhundert alleine in einzelnen Obstgärten – zumeist in Klöstergärten – Hunderte verschiedene Apfelsorten zu finden waren. Die Landbevölkerung hat Äpfel lange Zeit eher als Mostobst gepflanzt als zum Frischessen.

 

Übriggeblieben sind in Österreich an die 800 Apfelsorten. Heute werden „alte Sorten“ wiederentdeckt, auch weil darunter einige sind, die für Apfel-Allergiker:innen geeignet sind.


Botanisch zählt der „Malus“, so sein lateinischer Name, zur Familie der Rosengewächse, die Pflanzengattung ist das Kernobst. Es gibt Sorten, die bereits im Sommer reif sind und gut schmecken, andere sind zwar im Spätherbst pflückreif, müssen aber noch im kühlen, frostsicheren aber feuchten Keller lagern, bis sie im tiefen Winter oder sogar erst im nächsten Frühjahr essbar sind. Im Großhandel werden Äpfel in Kühlräumen knapp über dem Gefrierpunkt in sauerstoffarmer Atmosphäre gelagert; so halten sie ein Jahr oder länger wie frisch. 


Wer Gelegenheit hat, sollte unbedingt auch einmal andere als die gängigen Apfelsorten probieren, um die ganze Geschmacksvielfalt zu entdecken.

 

Vitamine, Vitamine

 

Roh, gekocht, gebacken oder als Vorrat eingemacht, der Apfel ist in jeder Form gesund. Er enthält die Vitamine A, B und C, dazu Fruchtsäuren, Gerbstoffe, je nach Sorte unterschiedlich Fruchtzucker, Mineralien und Spurenelemente. Die Schale enthält das meiste Vitamin C, bei „ungespritzten“ Äpfeln also unbedingt essen.

 

Die fünfblättrige Blüte des Apfels.

Die fünfblättrige Blüte des Apfels. (c) Wikimedia / Opioła Jerzy

 

Unkompliziertes Obst


Vielleicht ist der Apfel deshalb ein derart beliebtes Obst geworden, weil er so gut haltbar und transportierbar ist. Ohne Kühlung und zusätzliche Verpackung kann man ihn leicht mitnehmen, und ein saftiger Apfel ist auch ein guter Durstlöscher. Als Mus eingekocht, in Scheiben oder Stücken gedörrt, als getrockneter „Apfelkäse“ oder als (erhitzter) Saft ist er auch in kühlen Kellern haltbar. Und nicht zu vergessen der Most aus gepressten, vergorenen Früchten, der auch als Grundlage zur Apfelessig-Herstellung dient.

 

Adam und Eva

 

Wer an „Apfel“ denkt, dem fallen auch Sprichwörter ein wie: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ So alltäglich ist dieses Kernobst bei uns geworden. Und auch wenn in der Bibel nichts von einem Apfel steht, muss er auf Bildern von der Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies in der Kunst oder in Volksliedern als verbotene Frucht herhalten.


In manchen Gegenden gelten junge Frauen als heiratsfähig, wenn sie Äpfel schälen können, ohne dass die Schalenschlange abreißt. Die Schale ist übrigens kein Abfall. Getrocknet ergibt sie mit heißem Wasser übergossen wunderbaren Apfelschalentee. 

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