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Dank und Segen im Büscherl

LEBENS_WEISE

In vielen Pfarren werden am kommenden Wochenende „Kräuterweihen“ gefeiert. Es ist eine alte Tradition, in der Zeit vor Maria Himmelfahrt Kräuter zu sammeln und sie zu „Kräuterbuschen“ zu binden.

Ausgabe: 33/2026
11.08.2026
- Judith Moser-Hofstadler
In Schardenberg wird wie in vielen Pfarren im ganzen Land das Hochfest mit einer feierlichen Kräuterweihe begangen.
In Schardenberg wird wie in vielen Pfarren im ganzen Land das Hochfest mit einer feierlichen Kräuterweihe begangen.
© Franz Gruber

In den trockenen Wiesen und    Feldrändern fallen Wildkräuter heuer besonders auf. Viele der Kräuter, die in der Volksmedizin genutzt werden, brauchen sogar trockene Standorte.


Unsere Vorfahren haben nicht kleine Büscherl gebunden, sondern große Buschen.

 

Feste Mitte


Für einen Kräuterbuschen braucht man als erstes eine feste Pflanze, um die man die anderen mit Bindfaden binden kann. Die Königskerze bietet sich an. Sie ist mit ihrem hohen Wuchs und den sonnig-gelben Blüten, die nach und nach aufgehen, nicht zu übersehen.


Hildegard von Bingen, die große Äbtissin und Kräuter-Kennerin, hat vor 800 Jahren die Königskerze Menschen empfohlen, die ein „trauriges“ oder „schwaches“ Herz haben. Und zwar als Zutat zu sämtlichen Gerichten. In der Volksheilkunde gilt die Königskerze als Mittel gegen Erkältungen.
Mit der christlichen Tradition wurde die Königskerze als Zeichen für den Schutz von Maria gesehen. Sie bringt Segen über das Land oder in das Haus (etwa Schutz vor Blitzschlag).


Allgemein war der Kräuterbuschen in Vorzeiten nicht (nur) dazu da, einen Raum zu dekorieren. In ihm waren alle Kräuter des Sommers gesammelt, die im Winter gegen allerlei Krankheiten körperlicher und seelischer Art gebraucht werden könnten. Von der Königskerze im Kräuterbuschen kann man etwa die Blüten abzupfen und verwenden. Der schön gebundene Buschen ist auch ein Dank für die heilwirkenden Pflanzen.

 

Wilde Kräuter


Ein wichtiges Kraut im Kräuterbuschen ist die Schafgarbe. Sie enthält viele Gerbstoffe und gilt als zusammenziehend – und damit unter anderem wundheilend. Kräuterkundige nehmen sie z.B. schon vor Operationen (etwa als Pulver) ein, um die Wundheilung zu verbessern.


Das Johanniskraut (zu erkennen an den „löchrigen“ Blättern und am rot-violetten Saft, wenn man die Blüten zerreibt) darf nicht fehlen, das aber schon zur Sonnenwende geerntet werden muss. Das Kraut gilt als Stimmungsaufheller an trüben Tagen, z.B. als Tee getrunken; in Öl angesetzt setzt es die Volksmedizin bei Verbrennungen oder Muskelverhärtungen ein.

 

Mariä Bettstroh-Kräuter


Das Labkraut, das gelb und fedrig in den Wiesen blüht, soll „Leichtigkeit“ geben. Es gehört zu den „Mariä Bettstroh-Kräutern“. Die Legende sagt, dass Maria als Wöchnerin auf  Kräutern gelegen hatte, die zum Teil bis heute in der Frauenheilkunde eingesetzt werden.


Dazu gehört auch der Beifuß. Er gilt als „öffnendes“ Kraut, Schwangere sollten davon Abstand nehmen, Gebärenden wiederum soll er helfen. Beifuß findet Verwendung als Gewürz für fettreiche Speisen. Dazu passt, dass ihm leberstärkende Wirkung nachgesagt wird.


Der violett blühende Dost war früher „das“ Kraut der Wahl für einen Grippetee.

 

Heute werden vor allem Kräuter aus dem Garten zum Kräuterbüscherl gebunden. Nicht fehlen darf die Ringelblume, die als entzündungshemmend gilt. Schon ihre leuchtende Farbe hellt das Gemüt auf.


Die Eberraute („Colakraut“) wurde früher im „Riechsalz“ verwendet, dass eng geschnürten Damen unter die Nase gehalten wurde, wenn sie kaum Luft bekamen und kollabierten.


In das Büscherl kommen noch Zweige von Minzen, Melissen und Salbei.


Frauendreiߑger


Die Zeit zwischen 15. August und 7. September (Mariä Geburt) galt in alten Zeiten als  „Frauendreiß‘ger“, und damit als besonders günstige Zeit, Kräuter zu sammeln.


Am Dreikönigstag wurde der Kräuterbuschen in einer Pfanne über Glut verbrannt und damit das Haus geräuchert.


Wie immer gilt: Nur jene Kräuter sammeln, die man wirklich kennt! Es gibt auch in unseren Breiten giftige Pflanzen. Und nicht die ganze Pflanze mitnehmen, damit sie auch im nächsten Jahr wieder wachsen kann.

Ein schöner Brauch zu Maria Himmelfahrt, dem 15. August: Büscherl aus Kräutern zu weihen und zum Segen und als Dank für heilbringende Pflanzen oder für ihre Schönheit mit nach Hause zu nehmen. Vielleicht erinnert ein Sommer wie der heurige daran, das
Ein schöner Brauch zu Maria Himmelfahrt, dem 15. August: Büscherl aus Kräutern zu weihen und zum Segen und als Dank für heilbringende Pflanzen oder für ihre Schönheit mit nach Hause zu nehmen. Vielleicht erinnert ein Sommer wie der heurige daran, das
© © Diözese Linz / Johannes Kienberger
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