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Badevergnügen für Groß und Klein

Bewusst Leben

Damit der Badespaß im Sommer nicht getrübt wird, hilft es, ein paar Tipps zu beachten.

Ausgabe: 29/2021
20.07.2021
- Lisa-Maria Langhofer
Das Österreichische Jugendrotkreuz warnt heuer deshalb vor einer erhöhten Unfallgefahr im Wasser, da den Menschen die Schwimmübung fehle.
Das Österreichische Jugendrotkreuz warnt heuer deshalb vor einer erhöhten Unfallgefahr im Wasser, da den Menschen die Schwimmübung fehle.
© ©yanlev - stock.adobe.com

Sicher im kühlen Nass

 

Bei heißen Temperaturen ist das kühle Nass eines Sees besonders verlockend. Vor dem Gang ins Wasser sollten Jung und Alt jedoch einiges beachten, damit dem Spaß nichts mehr im Wege steht.

 

Viele Schwimmkurse sind aufgrund der Pandemie letztes Jahr ausgefallen, die Hallen- und Freibäder waren sehr lange zu. Das Österreichische Jugendrotkreuz warnt heuer deshalb vor einer erhöhten Unfallgefahr im Wasser, da den Menschen die Schwimmübung fehle. Besonders Kleinkinder seien gefährdet, zu ertrinken, sagt Elisabeth Kellner, Rettungsschwimmexpertin vom Wiener Roten Kreuz: „Kleinkinder ertrinken lautlos. Sie können den Kopf nicht über Wasser halten und gehen sofort unter.“ Kellner rät, den Nachwuchs in der Nähe von Gewässern ständig zu beaufsichtigen und die Baderegeln zu beachten. Nebensächlich sei dabei, ob es sich um ein Planschbecken, eine Badewanne oder kleine Teiche handelt. „Schwimmhilfen schützen nicht vor Ertrinken, behalten Sie Ihr Kind immer im Auge und wählen Sie als Badekleidung für Ihr Kind gut sichtbare Farben“, sagt die Expertin.

 

Spaß und Sicherheit

Damit beim Ausflug zum See oder bei der Fahrt ans Meer der Spaß im Vordergrund bleibt, sollte jedes Kind schwimmen können, meint Walter Aichinger, Präsident des OÖ. Roten Kreuzes: „Schwimmen ist viel mehr als ein gesunder Sport, es ist eine Lebenskompetenz.“ Die motorischen Voraussetzungen, um richtig schwimmen zu können, bringen Kinder ab fünf oder sechs Jahren mit, weshalb das Jugendrotkreuz bereits in der Volksschule mit der Schwimmförderung starte. Jährlich vergibt das Jugendrotkreuz rund 90.000 Schwimmerabzeichen in Österreich. Zur Vorbereitung auf die Schwimmprüfung empfiehlt Aichinger die neue, kostenlose App „JRK Mobile Campus“, die das Jugendrotkreuz mit dem Unternehmen „Duftner.Digital“ entwickelt hat: „Egal ob Frei-, Fahrten- oder Allroundschwimmer – damit können Schüler/innen einfach und direkt am Smartphone für die Schwimmprüfung üben.“ Die Trainingseinheiten der App seien kindgerecht aufbereitet, mit kurzen Info- und Erklärtexten, interaktiv und mit Videos und Bildern gestaltet. Die App ist sowohl im Apple Store als auch im Google Play Store verfügbar.

 

Vorher abkühlen

Wenn es heiß ist, können es auch Erwachsene nicht erwarten, sich ins kühle Nass zu begeben. Gerade ältere Menschen und Personen mit Kreislaufproblemen sollten jedoch darauf achten, sich vor dem Gang ins Wasser abzukühlen bzw. den Körper durch langsames Hineingehen an die Temperatur des Wassers zu gewöhnen. Robert Schlader und Michael Heilbrunner, Landesschwimmreferenten im OÖ. Roten Kreuz, erklären warum: „Ein Sprung ins kalte Wasser bringt zwar Abkühlung, setzt aber den Kreislauf unter Druck. Ist der Unterschied zwischen Außen- und Wassertemperatur zu groß, kann der Blutdruck plötzlich stark ansteigen und im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt auslösen.“

 

Verhalten im Notfall

Bei Badeunfällen zählt jede Minute, weiß Elisabeth Kellner: „Es ist wichtig, sofort zu handeln, den Notruf zu wählen und andere Personen aufmerksam zu machen.“ Den Ertrinkenden solle man einen Rettungsring, einen Ast, ein Paddel oder etwas Ähnliches reichen, um sie aus dem Wasser zu ziehen. Sind keine Gegenstände zur Hand, könne man den in Not Geratenen auch eine an den Beinen und am Bund zusammengeknotete Jeans zuwerfen. Diese gebe kurzfristig Auftrieb. „Wenn Sie sich zutrauen, eine ertrinkende Person selbst aus dem Wasser zu retten, dann nähern Sie sich am besten immer von hinten und nützen Sie Hilfsmittel wie Schwimmwesten und Rettungsringe“, rät Kellner. Tue man das nicht, könnte einen der/die Ertrinkende sonst in Panik unter Wasser ziehen. An Land sollte sofort mit der Wiederbelebung gestartet werden, falls die Person nicht mehr atmet. Ist der oder die Gerettete bei Bewusstsein, rät Kellner, die Person dennoch zur Beobachtung ins Krankenhaus zu schicken.

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